Logo

Schale mit Inschrift

Ident. Nr.: O-1977,98

ObjID: obj:897684

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Zechliner Glashütte (1737–1890),
Glashütte
Date(s)
1774
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Zechlinerhütte
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 5,6 x 10,2 cm
Durchmesser: 6,6 cm (Fuß)
Wandungsstärke: 0,55 cm

Object Description

Niedrige Schale aus sehr dickwandigem, rotbraunem bzw. bernsteinfarbenem Glas, Boden plangeschliffen, der Ansatz der Wandung ist gekehlt und mit einer Borte aus Rundfacetten in Schälschliff versehen. Die schmale, darüberliegende Wandung trägt eine geschnittene Inschrift: Zechlinsche Glaß=hütte den 2. October 1774. Der Mündungsrand ist verwärmt und ist mit einem Fries aus polierten Kugeln verziert. 1774 war Kommerzienrat Johann George Stropp (1742–1778) Pächter der königlich preußischen Zechliner Glashütte in der Nähe von Rheinsberg, der damals auch die örtliche Grüne Hütte mitverwaltete (Friese, Glashütten in Brandenburg, 1992, S. 6, 7, 45; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 52). Nicht geklärt werden konnte der Anlass für die Inschrift. Die Stiftung Stadtmuseum Berlin verwahrt eine mit Vergoldung veredelte Schale aus dem gleichen Farbglas (Inv.-Nr. VI 12659, publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" in museum-digital.de). Sie soll ebenfalls eine Zechliner Provenienz haben, was der Vergleich mit dieser bezeichneten Schale bekräftigt. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa