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Flakon aus Rubinglas mit eingeglaster Münze

Ident. Nr.: K 1143 a,b

ObjID: obj:897806

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
Ausführung: 1680-1730
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 22,7 x 12,3 cm
Durchmesser: 2,6 cm (Mündung)
Höhe: 19,9 cm (Flakon)
Höhe: 5,2 cm (Stöpsel)

Object Description

Kleiner, keulenförmiger Flakon mit zugehörigem Stöpsel aus Rubinglas, im Boden ist ein großes ausgeschliffenes Loch mit farblosem Glas verschlossen, das den Abdruck einer fehlenden Münze zeigt, einige Goldpartikel sind noch erkennbar. Die gebauchte Wandung des Flakons ist wabenfacettiert, der Übergang zum Hals sowie hohe Hals selbst sind mit Längsfacetten versehen. Unter dem ebenfalls längsfacettierten Mündungsrand steht eine Art hochgeschliffener Sims, der an seiner Außenkante gleichfalls facettiert ist. Der Stöpsel ist unten rund zugeschliffen und am flach gearbeiteten Knauf mit fünf Kanten versehen. Er zeigt eine lebrige Färbung. Die im Boden ehemals eingeglaste Goldmünze war eine Besonderheit der Potsdamer Glashütte und technisch überaus anspruchsvoll, da eine beständige Verbindung des Werkstoffes Glas mit anderen Materialien eine grundsätzliche Schwierigkeit aufgrund deren unterschiedlicher Reaktion auf Hitze darstellt. Bei den sogenannten "Münzengläsern" wurde eine Münze (meist aus Silber) zunächst in einen Rundnodus aus farblosem Glas eingeschmolzen, der dann der Gefäßwandung oder wie hier dem Loch im Boden aufgeschmolzen wurde. Der Flakon stammt aus der Königlichen Kunstkammer. Jemand muss die Münze zu einem unbekannten Zeitpunkt mit Gewalt herausgebrochen und entwendet haben. Sie hätte die Datierung erleichtert, eine Entstehung vor 1730 ist stilistisch naheliegend. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 13.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa