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Albarello mit Schriftband und Aufschrift sowie Wappen

Ident. Nr.: W-1986,45

ObjID: obj:898135

Details (expert)

Date(s)
um 1510
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 21,2 cm

Object Description

"Auf der Schauseite in einem Früchtekranz ein ovales, blaugrundiges Feld, geteilt von einem Querband, darauf die Inschrift: 'UGT. TRIAC O.' Oben im Feld grotteskes Ornament, unten ein Oval mit einem Wappen, darin ein Kleeblatt unter einem Stern in blauem Feld. An den Seiten Trophäen. Auf der Rückseite blaue Bänder des Früchtekranzes.
Der Albarello war bestimmt für eine Salbe (Unguentum) aus Theriac, einem alten Universalmittel aus vielen Ingredienzien. Wenn das O am Ende der Inschrift nicht noch zu Theriac gehört, dann würde es, mit seinem für weitere Buchstaben stehenden Querstrich, wohl Opium bedeuten.
Ein gleiches Stück mit demselben, noch nicht identifizierten Wappen befand sich in der Galerie Carla Silvestri in Mailand."
in: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums XI), Berlin 1986, S. 13, Kat. Nr. 5

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa