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Apothekenflasche mit Wappen und Aufschrift

Ident. Nr.: W-1986,89

ObjID: obj:899019

Details (expert)

Date(s)
Ausführung: um 1580
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Montelupo (bei Florenz)
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 23 cm

Object Description

"Bauchige Flasche in Form einer gedrückten Kugel mit konischem Hals, vortretender Lippe und flachem Fuß. Auf der schönen weißen Glasur dünne Ranken mit lappigen, geteilten grün-blau-weißen Blättern und gelben Früchten. Hals und Fuß durch breite blau-gelbe Bänder abgegrenzt. Um die Mitte des Leibes ein Schriftband, darauf mit gotischen Buchstaben: 'Aqua. d. capil. venere' (Wasser von Frauenhaar-Farn). Darüber eine Kartusche mit einem ovalen Wappen: im Schildhaupt auf blauem Grund drei gelbe Lilien (?), darunter auf orangenem (rotem?) Grund drei gelbe Halbmonde und ein gelber Sparren mit der Aufschrift: S. VIOL. CARL. - Malerei mit Blau, Grün, Gelb und Orange und mit vereinzelten Weißhöhungen. //Flaschen von dieser Form entstanden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Faenza. Kennzeichnend für Montelupo: das brillante Weiß der Glasur und der polychrome Dekor, bei dem die Mehrfarbigkeit auch die sonst fast immer blau-weißen Blätter mit einbeziehen kann. Auch die eigenartige Form des Schriftbandes, das an den Enden zurückgeknickt und dann wieder scharf nach außen gebogen ist, bevor es sich einrollt, läßt sich nicht nur in Faenza sondern auch in der Produktion von Montelupo finden." // in: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr (=Kataloge des Kunstgewerbemuseums XI), Berlin 1986, Kat. Nr. 49; Ausst. Kat. Medicus - Die Macht des Wissens. Katalog Speyer 2019, hrsg. v. A. Schubert, W. Leitmeyer, S. Zanke, S. 206 // ClKa

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa