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Henkelkrug mit Wappen

Ident. Nr.: K 1130

ObjID: obj:899322

Details (expert)

Involved
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Dating
Ausführung: 1680-1736
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite: 11,2 x 13,6 cm mit Henkel
Durchmesser: 9,2 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,4 cm

Object Description

Becher mit angesetzter Fußplatte und angesetztem Henkel aus dickwandigem Rubinglas, Boden mit Abriss, leicht hochgewölbt. Gegenüber dem Henkel ist die Wandung mit einem fein geschnittenen Wappen mit drei nach rechts steigenden Löwen vor überkreuzten Palmzweigen und unter einer Grafenkrone mit Lilie dekoriert, darunter ein mattiertes Spruchband: "in magnis voluisse sat est" (Es reicht, groß sein zu wollen). Oben auf dem Henkel befindet sich eine Bohrung für die Manschette einer Montierung. Der Mündungsrand ist verwärmt. Das Wappen erinnert an jenes des schottischen Clan Ross, doch eine Verbindung zum brandenburgisch-preußischen Hof ließ sich nicht rekonstruieren (Dank für weiterführende Hinweise). Die lateinische Devise stammt von Sextus Aurelius Propertius, genannt Properz (ca. 50 v. Chr. – vor 2 n. Chr.), Elegien II 10, 6. Der Becher stammt aus der Königlichen Kunstkammer, Berlin. Er datiert sehr wahrscheinlich in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, als man Rubinglas, insbesondere dem Goldrubinglas, mythische Eigenschaften und heilende Kräfte zusprach. Diese gingen auf den Inhalt von Hohlgefäßen aus Rubinglas über, so dass der Trunk daraus Krankheiten und Feinde abwehren, vor Unglück schützen und Kraft, Mut und Tapferkeit verleihen sollte. Die für diesen Becher vorgesehene Montierung wurde wohl nie an den Henkel angepasst, da jeglicher Abrieb fehlt. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 13.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR