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Reliefzonen mit Kampf- und Triumphszenen

Ident. Nr.: M 3081

ObjID: obj:899846

Details (expert)

Date(s)
um 1600
Material / Technique
Zinn, gegossen
Dimensions
Höhe: 17,6 cm

Object Description

Zylindrischer Körper mit drei umlaufenden, durch glatte Bänder getrennte Reliefzonen. Leicht gewölbter Deckel mit drei Rundmedaillons mit Köpfen en profil, dazwischen Blattranken. Gewirtelter Deckelknauf, Deckeldrücker als Halbfigur eines Engels sowie Bandhenkel. Schmaler, profilierter Fußring auf drei Engelsköpfen.
Reliefzonen: In der Mitte zwischen gerahmten Rundmedaillons kämpfende Männer vor einem auf einem Thron sitzenden Herrscher sowie in Wiederholung ein von drei Pferden gezogener Triumphwagen mit einer Achse. Die Rundmedaillons sind Abgüsse der Vorder- und Rückseite einer 1545 entstandenen Medaille von Conze Welcz mit der Geburt Christi und der Umschrift "DEVS HOMO FACTUS EST" sowie der Anbetung der Könige und der Umschrift "15 G 45 GENTES IN CHRM SPERANT".
Oben und unten spielende Putten zwischen vier Rundmedaillons mit Köpfen en profil bzw. einem Fries mit Kinderfiguren, deren Unterkörper in eine Wellenranke übergeht. Ohne Marken. GR (Hintze I, Nr.1432 h)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa