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Silberpokal

Ident. Nr.: 1926,16 a,b

ObjID: obj:900075

Details (expert)

Date(s)
1542
Material / Technique
Silber, vergoldet; Wappen Email
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 22,5 x 9,5 cm (H. ohne Deckel 14,6 cm)
Gewicht: 581 g

Object Description

Kleiner, reich verzierter Deckelpokal auf ausladendem, leicht gewölbtem und durch Profile abgesetztem Fuß mit dickem Balusterschaft. Die Kuppa trägt über einem mit flachen Buckeln versehenen breitgezogenen Wulstring getriebenen Rankenzierat aus Feigenblättern, sogenannten Aldegrever-Dekor, mit drei Medaillonbildnissen. Sie zeigen die Porträts von Luther, Kaiser Maximilian und Kaiser Karl V. Einen ähnlichen Rankenfries mit kleineren Medaillons, worin sich allegorische Köpfe befinden, zeigt der von einer kleinen Kriegerfigur bekrönte Deckel. Der Krieger hält in der Linken eine Fahne, die Rechte stützt er auf einen Wappenschild. Ein weiteres vierfeldriges Wappen mit der Jahreszahl 1542 befindet sich im Innern des Deckels, es gehört der Tiroler Familie Fuchsmagen. KP

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa