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Rechteckige Plakette mit Bärenjagd

Ident. Nr.: K 5616

ObjID: obj:900864

Details (expert)

Dating
Ende 16. Jahrhundert
Material / Technique
Blei

Object Description

"Bärenjagd. Links ein gestürzter Jäger, von einem Bären angefallen, auf den zwei Hunde losgehen. Rechts sprengt ein Reiter mit einem Spieß ausholend heran, der von einem weiteren Hund begleitet wird. Im Hintergrunde eine hügelige Landschaft, ein Baum und eine Stadt.
Eberjagd. Auf der rechten Seite ein von mehreren Hunden gestellter Eber, dem, mit ausgeholtem Jagdspieß, ein leicht bekleideter Jäger zu Fuß nachsetzt. Im Hintergrunde Landschaft, unten steiniger Boden.
Stierjagd. Links ein heranstürmender behelmter Jäger mit wehendem Schleier, in der Rechten ein Schwert haltend, der auf einen von mehreren Hunden angefallenden Stier losgeht. Steiniger Boden im Vordergrund, hinten waldige Landschaft und Gebäude.
Während die Plakette mit der Bärenjagd einen sehr scharfen Abguß darstellt, zeigen die beiden anderen Jagdszenen ein stark abgeriebenes Relief. Das Relieffeld jeweils mit schmalem Rand. Die drei Abgüsse gehören zu einer Plakettenfolge von mindestens acht Darstellungen, zu denen außer den aufgeführten noch folgende gehören: Zwei Löwenjagden, Wolfsjagd, Hirschjagd und Hasenjagd. Silberabgüsse begegnen als Dekor auf Arbeiten des Matthias Wallbaum, so z. B. die Hirschjagd und die Bärenjagd auf einem Kunstschrank in Berlin (Köpenick), KGM (Inv. Nr. K 2776)."
aus K. Pechstein, Bronzen und Plaketten, 1968, Kat. Nr. 243-245
siehe auch K 5938 a,b
Der Kunstschrank von Matthias Walbaum (K 2776) ist zurzeit in der ständigen Ausstellung des KGM im Haus am Kulturforum zu sehen.
MAKR

Last updated: 18.03.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR

Ausfall aus einer belagerten Stadt

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Das kleine, von einem schmalen silbergelben Rahmen eingefasste Kabinettstück ist auf Nahsicht angelegt. Rechts im Bild erblickt man eine Stadt, die durch eine hohe Mauer und dicke wehrhafte Türme, einen Festungsgraben und einen niedrigen Wall geschützt ist. Von den Hausdächern wehen breite, gelbweiß gestreifte Fahnen, und links auf einer halbrunden Bastion zeigen dicke Rauchwolken, dass dort soeben zwei Feldschlangenabgeschossen wurden. Aus dem Stadttor rechts quillt ein breiter Strom von Fußsoldaten, bewaffnet mit Lanzen und Musketen, und strebt, angeführt von einem berittenen Offizier, den feindlichen Truppen am linken Bildrand entgegen, die sie freilich schon mit angelegten Gewehren erwarten. Während die ersten Söldner das Gefecht bereits eröffnet haben, sieht man im Hintergrund eine Kompanie Reiter mit erhobenem gelb-weiß gestreiftenBanner, die sich in gestrecktem Galopp der feindlichen Kavallerie entgegenwirft.Die Darstellung ist mit Sorgfalt gezeichnet, Stadtmauer, Dächer, Pferde und einzelne Kleidungsstücke sind in hellem Eisenrot, Rahmen und Fahnen in orangegelbem Ton, Bäume und Rasen in sehr lichtem Silbergelb koloriert. Ob die Scheibe als Einzelstück Verwendung fand, ist nicht gewiss, ihres schmalen Formats wegen mag sie auch als Oberbild etwa eines Wappens gedient haben.Anhaltspunkte für die Datierung bietet die Tracht der Soldaten, deren knielange Pluderhosen wie die von hohen Stoffhüten verdeckten Helme ab 1540/50 in Mode waren. Die Stadt weist eine vage Ähnlichkeit zu Nürnberg auf, doch lässt sich die Glasmalerei wegen ihres schmalen Formats mit keinem der dort erhaltenen Stücke vergleichen. Vielmehr erinnert die Schlachtenszene an typische Sujets in den Oberbildern der SchweizerScheiben, weshalb man annehmen möchte, dass sie von dorther stammt.CVMA 98776