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Bestickte Weste mit ruhendem Löwen

Ident. Nr.: 2003,KR 119

ObjID: obj:901358

Details (expert)

Date(s)
1775 - 1790
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Dimensions
Länge: VL./RL. 52 cm

Object Description

Die raffinierten Dekore bestickter Herrenwesten und ihre kunstvolle Ausführung in den französischen Textilzentren Lyon und Paris illustriert diese bestickte Herrenweste. Ein in seiner Höhle ruhender Löwe ist ihr zentrales, in feinster Seidenmalerei ausgeführtes Motiv, das sich über die Westenschöße und Taschenpatten erstreckt. Die Vorlage zu dieser Stickerei hat sich im Musée des Tissus et des Arts Décoratifs in Lyon erhalten. In den 1780er Jahren wurde die Weste verändert um sie der Mode der kürzeren Westen mit hohem Stehkragen anzupassen. Hierfür hat man die Schöße mit den dazugehörigen Taschenpatten sorgfältig von der ursprünglichen Weste getrennt und mit den Vorderteilen einer anderen Weste kombiniert, wie die unterschiedlichen Bordüren zeigen. Ein Beleg, wie sehr die wertvollen Seidengewebe geschätzt wurden. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa