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Jaspispokal aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,376

ObjID: obj:901660

Details (expert)

Creator/Entity
Hinrik Sommer (1467 Freimeister (?), 1476 Meister (?), gest. um 1505),
Goldschmied*in
Date(s)
1473 und früher (?)
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 39 x 16 cm
Gewicht: 1554 g

Object Description

Nodus, Löwenfüße, Laubwerkfriese und Bügel gegossen. Fuß aus einzelnen Blechen montiert. Wölbung und Deckel unvergoldet. –
Beschädigungen am Blattkranz des Fußes und am Schaft. Arm des Ritters mit der Lanze fehlt. Email (transluzid grün) des Hügels nur in Resten erhalten.
Auf dem Deckelrand zweiteilige Inschrift: "Dit clenade heft de hochgeborne Forste h(err)n Frederick to brunswigk vn(d) Ivneborgh hertoge zeligen hertogen berndes sone dem rade to Ivneborgh gegeben anno d(o)m(ini) m° CCCCLXXII." Als Bekrönung ein Ritter, der das emaillierte Wappen Herzog Friedrichs von Braunschweig-Lüneburg hält.
Die Kämmereirechnungen berichten 1473 von einer Zahlung an den Goldschmied Hinrick Sommer: "22 m 4 ½ s hinrick Sommer vor dat deck to makende vp dat clenade dat vnse gnedige here hertoge vrederick dem rade heft ghegeuen." Der Pokal besaß also ursprünglich keinen oder einen andersartigen Deckel. Sommer könnte den Pokal auch nur umgearbeitet haben. In formaler Hinsicht spräche dafür besonders der hohe, im Vergleich zum zierlichen Schaft überlastig erscheinende Gefäßkörper.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa