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Teller mit Monatsdarstellung des April und dem Wappen der Chaspoux de Verneuil

Ident. Nr.: K 5017

ObjID: obj:901846

Details (expert)

Creator/Entity
Date(s)
1577 (?)
Material / Technique
Kupfer, Email- und Goldmalerei
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2 x 19,3 cm

Object Description

Flacher Teller. Homogenes, schwarz wirkendes Grundemail, Malerei mit starken Weißhöhungen, Zeichnung in enlevage-Technik, Details in Gold. Auf der Oberkante des Tellerrandes Wappen der französischen Familie Chaspoux de Verneuil. An der Unterkante im Spiegel die Inschrift "AVRIL".
Auf der Vorderseite Schäferszene in einer Landschaft, darüber in einem Wolkenkranz das Sternbild des Stiers. Auf der Rückseite das Brustbild Kaiser Octavians im Profil mit der Umschrift "DE OCTAVIEM SEGONT ANPEREVR". Die orthographischen Eigenheiten werden mit dem Limousiner Dialekt in Verbindung gebracht, könnten aber auch dem "franco-veneto" entstammen, einem norditalienischen Dialekt, der im frühen 16. Jahrhundert im Einflußbereich Frankreichs gesprochen wurde. Die ikonographische Vorlage für die Monatsdarstellung lieferte die zweite Kupferstichfolge des Etienne Delaune aus dem Jahre 1568.
Bei diesem Teller handelt es sich wohl um einen Dessertteller eines mehrteiligen Services, aus dem verschiedene Teile bekannt sind.

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa