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Deckelpokal mit Darstellung des preußischen Wappens und des Schwarzen Adlerordens

Ident. Nr.: 2000,5 a,b

ObjID: obj:901990

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
1701 - 1713
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Dimensions
Höhe: 41 cm
Höhe: 26,3 cm (Pokal)
Durchmesser: 13,7 cm (Fuß)
Durchmesser: 11,6 cm (Mündung)
Höhe x Durchmesser: 15 x 13,1 cm (Deckel)
Wandstärke: 0,45 cm

Object Description

Pokal mit zugehörigem Deckel aus dickwandigem, farblosem Glas mit einzelnen Luftblaseneinschlüssen, Abriss am Boden und im Deckel, leicht ansteigender Fuß mit einem umlaufenden Rankendekor in Tiefschnitt sowie versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen, beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und der Bügelkrone bekrönten Baldachin, über dem ein Banner weht mit des Devise "SUUM CUIQUE" (Jedem das Seine), unten fünf, oben zwei Glieder der Ordenskette (Collane) vom Schwarzen Adlerorden. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler umrahmt von der Collane des Schwarzen Adlerordens. Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Kugelfries, ebenso korrespondierend den Rand des Deckels. Dessen Schulter wiederholt den Ranken- und Spitzblattdekor vom Fuß, der Knauf ist aus Hohlnodus und Hohlbaluster zwischen Trommelscheiben komponiert. Der Nodus ist mit einem mattierten Zierband dekoriert, der Baluster zeigt zweimal den Spitzblattkranz. Das Glas ist krank, insbesondere im Bereich der Kuppa. Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. (1713–1740) datierend, auf den es mit Wappen, Devise und Orden mit den Monogrammen "FR" für Fridericus Rex gleich mehrfach Bezug nimmt. Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Vermutlich entstand dieser Pokal in königlichem Auftrag für einen Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa