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Flaschengrüner Banyan

Ident. Nr.: 2003,KR 157

ObjID: obj:902628

Details (expert)

Date(s)
um 1730
Material / Technique
flaschengrüner Seidendamast
Dimensions
Länge: VL./RL. 146 cm

Object Description

Für Eleganz und Bequemlichkeit des Mannes im Haus sorgten Hausmäntel, die über Hemd, Kniehose und Weste getragen wurden. Die Bezeichnung "Banyan" deutet auf ihre indische Herkunft hin, von wo sie seit dem 17. Jahrhundert durch die Ostindischen Kompanien Englands, Frankreichs und der Niederlande importiert worden waren. Der verschlusslose Mantel ist aus zwei langen Seidenbahnen gefertigt, die im Rücken zusammengenäht und ohne Schulternaht nach vorn geführt wurden. Dort fallen sie lose übereinander. Die langen, weiten Ärmel sind gerade eingesetzt und werden am Ende umgeschlagen. Den Halsausschnitt rahmt ein kleiner Stehkragen. Der Mantel ist vollständig abgefüttert. Sein schlichter, vom japanischen Kimono abgeleiteter Schnitt bringt das großrapportige Muster des flaschengrünen Seidendamasts besonders gut zur Geltung. Diese Damaste waren in den 1730er und 1740er Jahren sehr beliebt.

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa