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Reichsadlerschild aus einer Standesscheibe

Ident. Nr.: K 7229

ObjID: obj:903179

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Ulrich von Bergarten,
Maler*in
Date(s)
nach 1506
Geographical references
Material / Technique
Glas, gelb; Schwarzlot
Dimensions
Höhe x Breite: 18,5 x 11,7 cm

Object Description

Das Reichswappenschild mit dem nimbierten doppelköpfigen Reichsadler und der kaiserlichen Bügelkrone symbolisiert die Reichsfreiheit, die den Eidgenossen nach ihrem Sieg über die Habsburger in der Schlacht bei Sempach (1386) im „Sempacher Brief“ von 1393 zugestanden worden war. Dadurch waren sie dem Kaiser direkt unterstellt; zugleich besaßen sie das Recht, sich selbst zu verwalten, Steuern nach eigenem Ermessen zu erheben und durch eigene Richter Recht zu sprechen.
Die künstlerische Qualität der Arbeit zeigt sich an den feinen Details, an der sorgfältigen Zeichnung des Dekors, etwa des mit gefassten Edelsteinen, filigranem Rankenwerk und einem Band aus stilisierten Lilien verzierten Kronreifs und an der genauen Wiedergabe von Perspektive und Lichteinfall mit dem reizvollen Wechselspiel von hell aufglänzendem und schattig stumpfen Gold.
CVMA 98760

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR