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Hornförmiger Deckelpokal mit einer Allegorie auf Afrika

Ident. Nr.: K 3429

ObjID: obj:903509

Details (expert)

Involved
Umkreis: Georg Pfründt (1603 - 1663),
Bildschnitzer
Dating
3. Viertel 17. Jahrhundert
Material / Technique
Zebuhorn, geschnitzt; Silber, vergoldet
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 43,1 x 37,5 x 11,4 cm

Object Description

Das Werk zählt zu einer Reihe von eigentümlich anmutenden Deckelpokalen mit Gefäßen aus kunstvoll beschnitzten Tierhörnern, deren natürliche Gestalt erkennbar bleibt und damit die Kontur des Behältnisses prägt. Anders als die meisten Werke dieser Gruppe besteht das Berliner Exemplar nicht aus dem wegen seiner vermeintlich giftabweisenden und potenzsteigernden Eigenschaften besonders geschätzten Horn des Rhinozeros, sondern aus dem materiell zwar sehr ähnlichen, aber porenfreien Horn des Zeburindes. Die geschnitzten Darstellungen reflektieren die Herkunft des in Europa seltenen Materials: Löwen, Oryxantilope und Zebu, Elefant, Nashorn und Geier, ein fremdartig gewandetes Menschenpaar als Ständer sowie eine Frauenfigur mit Sonnenschirm als Deckelbekrönung sind Sinnbilder für den Kontinent Afrika.
Die Reliefs mit den Tierkampfszenen am Fuß und an der Kuppa des Pokals verweisen einerseits auf die in der belebten Natur allgegenwärtigen Überlebenskämpfe, zum anderen auf die ungebändigte Wildnis des den Europäern fremden Kontinents. Der Aspekt des Exotischen verstärkte die Aura der Exklusivität des über weitgespannte Handelsnetze bezogenen Materials. Werke aus Rhinozeros- oder Zebuhorn gelangten deshalb häufig in königliche oder fürstliche Sammlungen, allein in der Wiener Kunstkammer befinden sich drei solcher hornförmigen Deckelpokale.
Einige dieser Hornschnitzereien können dem lange in Nürnberg ansässigen und seit 1659 in Südwestdeutschland tätigen Bossierer und Medailleur Georg Pfründt (1603–1663) zugeschrieben werden, andere – darunter das 1702 in die Kunstkammer im Berliner Schloss gelangte Exemplar des Kunstgewerbemuseums – gelten als Arbeiten von Bildschnitzern aus seinem Umkreis, die unter Verwendung von Pfründts Vorlagen teils noch Jahre nach dessen Tod die begehrten Prunkpokale in seinem Stil schufen. LL

Last updated: 06.05.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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