Logo

Blaues Abendkleid mit Perlenstickerei

Ident. Nr.: 2003,KR 458

ObjID: obj:904401

Details (expert)

Creator/Entity
frühere Zuschreibung: Madeleine Vionnet (1876 - 1975)
Date(s)
um 1924
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Paris
Dimensions
Länge: VL./RL. 128 cm

Object Description

Das wadenlange Kleid von schlichtem Schnitt - an ein hemdförmiges Oberteil setzt in Hüfthöhe der locker geriehene Rock an - lebt vom ungewöhnlichen Motiv der Ton in Ton gehaltenen Tambourierarbeit. Ein negativ dargestellter Fries sich aufbäumender Pferde wird oben und unten von stilisierten Wellenbändern gerahmt. Die Darstellung wiederholt sich auf dem Rock. Der Saum des Kleides ist in kniehohe, spitz zulaufende Zaddeln unterteilt, die mit Perlen umstickt sind. Vorbild war ein 1921 von Madeleine Vionnet (1876-1975) entworfenes Modellkleid, das sich heute im Musée des Arts décoratifs in Paris befindet. Trotz der großen Ähnlichkeit muss das Berliner Kleid auf Grund seines knapperen Schnitts um 1924 datiert werden. Da auch der Perldekor weniger differenziert ausgeführt ist, als beim Original, ist das Berliner Kleid als Kopie nach dem Pariser Original zu werten. ChrW

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa