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Buckelpokal aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,374

ObjID: obj:904630

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Berthold Holthusen (1491 - 1527),
Goldschmied*in
andere Zuschreibung: Jakob Plate,
Goldschmied*in
Date(s)
gegen 1504
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 60 x 18,3 cm (oben)
Gewicht: 2361 g

Object Description

Fußzarge (in Teilen), Blattkranz des Deckels und Deckelfigürchen gegossen. Fußunterseite unvergoldet. Deckelrand aufgesteckt und mit Splinten befestigt. Deckelblüte dreiteilig. Marken unter dem Fußrand. – Beschädigungen an einem Buckel des Deckels, am Deckelkranz und an der Schaftkrause. Lanze der Figur verloren.
Großer, akeleiförmiger Buckelpokal. Siebenpassiger Fuß mit drei Reihen sich verkleinernder, spitz zulaufender, miteinander verschränkter Buckel. Schaft oben verdeckt von einer Krause aus Blattranken. Kuppa aus fünf Reihen entsprechend den unteren gestalteten Buckeln, die gegeneinander gedreht erscheinen und so eine Einschnürung bilden. Deckel aus drei Buckelreihen. Auf dem Rand Inschrift: D(OMI)NVS lOHAN(N)ES BARVM DOCTOR P(RAE)P(OSI)TVS IN LVNEBORG OBYT ANNO 1501 XV IVLY DONAVIT HOC CLENODIVM (Herr Doktor Johannes Barum, Probst in Lüneburg, starb am 15. Juli 1501; er schenkte dieses Kleinod). Als Knauf eine Distelblüte auf zierlichem Stiel und bekrönt von einem modisch gekleideten Landsknecht, der in der Linken einen Schild mit dem emaillierten Wappen des Stifters hält, in der Rechten ehemals eine Lanze trug. Das gleiche Wappen auf der Unterseite und dreimal am Rand des Deckels. Unter dem Fuß emailliertes Lüneburger Stadtwappen.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa