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Diorama mit Krippe

Ident. Nr.: W-1971,88

ObjID: obj:905512

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 18. Jahrhundert
Geographical references

Object Description

Begrenzt von zwei seitlich angebrachten Spiegeln ist vor einer im kolorierten Stich wiedergegebenen Ruinenlandschaft ein zerfallenes Stallgebäude mit der heiligen Familie aufgestellt.Von links nähern sich die drei Königr, von rechts die Hirten, begleitet von anderen Figuren im Schäferkostüm, Lämmern und kleinen Hunden. Auf einem Teich links im Vordergrund schwimmen Schwäne. Blüten und Muscheln bedecken die wellig ansteigende Grasnarbe. Vorn am Rand hockt ein Kaninchen.
Wenn auch die Figürchen, die in den Glashütten von Nevers in großen Mengen hergestellt wurden, ihre Vorbilder letztlich in Murano haben, waren es doch Glasmacher aus Altare, die hier, wie in vielen anderen Städten Frankreichs, eine Glasindustrie aufbauten. Es sind die Saroldi Castellani und Borniol, denen Nevers die nicht ganz zutreffende Bezeichnung eines "Petit Murano" verdankt. Die Akten und Urkunden oder auch Reiseberichte nennen: Männer, Frauen, Musikanten, Fabelwesen, Andachtsfiguren, heidnische Götter, Liebesgötter, Christusfiguren, Körbchen, Blumensträuße, Blumen, Schmetterlinge, Schwäne, "qui vons sur laux" (!), Hunde und Vögel (nach Barrelet, w.u.). Oft sind die Figürchen zu umfangreichen Ensembles vereint.
aus A. Dreier, Venezianische Gläser, KGM Berlin, 1989, Kat. Nr. 161

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR