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mit Figur Ludwig des Heiligen

Ident. Nr.: F 209

ObjID: obj:905611

Details (expert)

Date(s)
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite: 24,3 x 17,9 cm (Schlossplatte)

Object Description

Die Schauseite des prunkvollen Truhenschlosses wird durch reiche Flamboyantformen geprägt: Durchbrochen gearbeitetes Fischblasenornament, Taustäbe, zwei fialenbekrönte Pfeiler und der als Mittelpfosten mit Figurenbaldachin gestaltete Schließhaken vermitteln den Eindruck eines Kirchenportals mit Trumeau-Skulptur. Das Schlüsselloch wird verdeckt durch eine bewegliche Lasche mit dem bekrönten französischen Lilienwappen. Den bildhaften Verweis auf die Funktion des Truhenschlosses durch das Zitat der Architekturformen eines Portals findet sich auch an zwei ähnlichen Schlossplatten im Pariser Musée National du Moyen Age.
Am französischen Ursprung dieses eindrucksvollen Zeugnisses spätmittelalterlicher Schmiedekunst kann aus heraldischen und stilistischen Gründen kaum ein Zweifel bestehen. Die gekrönte Figur unter dem Baldachin stellt offenbar den 1297 heiliggesprochenen französischen König Ludwig IX. (1214-1270) dar. Als "Beschützer der Monarchie" und "Förderer der Klöster" galt Ludwig der Heilige bald auch über Frankreich hinaus als Beispiel eines gerechten christlichen Königs. Anstelle seiner traditionellen Attribute - der durch ihn nach Paris gebrachten Dornenkrone und Kreuzesnägel Christi - hält er hier in seiner Linken ein schalenförmiges Gefäß als Verweis auf die legendäre eigenhändige Speisung der Armen und eines siechen Mönchs der Abtei Royaumont. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa