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Salznapf mit Sphingen

Ident. Nr.: W-1986,72

ObjID: obj:905755

Details (expert)

Date(s)
Ausführung: um 1625
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deruta (Italien)
Material / Technique

Object Description

Da Salz im frühen 17. Jahrhundert ein kostbares Gewürz war, gestaltete man die Gefäße dafür aufwendig und platzierte sie als Schauobjekte auf die gedeckte Tafel. In diesem Fall handelt es sich um Majolika, also zinnglasierte Keramik, die mit Renaissanceornamentik verziert ist. Dafür typisch sind die antikisierenden, plastisch modellierten Sphingen (die vier geflügelten Frauenoberkörper an den Ecken) und die gemalte Grotesken. Ähnliche Gefäße entstanden auch in weiteren Majolikazentren Italiens, zum Beispiel in Urbino (vgl. im Kunstgewerbemuseum das Gefäß mit der Inv. Nr. W-1986,31) und in Spanien. // Lit.: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr, Berlin 1986 (=Kataloge des Kunstgewerbemuseums Bd. XI), S. 46, Kat. Nr. 32 // ClKa

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa