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Wappenscheibe der Kölner Familie Flach

Ident. Nr.: 1920,57

ObjID: obj:905986

Details (expert)

Dating
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technique
Glas, mehrfarbig, bemalt; Verbleiung neu

Object Description

Das von Schwarz und Weiß fünfmal geteilte Wappen gehörte den Flach, einer alten ritterbürtigen Familie der Stadt Köln, die sich später auch nach dem Oberrhein verzweigte. Präsentiert wird es vor grünem Rankengrund von einer halb nach links gewandten nackten jungen Frau mit hüftlangem blondem Lockenhaar, das sich in ihrem Rücken wie ein Schleier ausbreitet. Der Gegenstand in ihrer Rechten ist verloren, doch könnte sie ähnlich wie die Wappenjungfrau in einem Stich des Meisters E.S. eine Blume oder ein Blumengebinde gehalten haben (um 1466/67). Die Randbordüre besteht aus einem Fries mit nackten Kindern, die verschiedene Musikinstrumente spielen – Trommel, Querflöte, Schalmei, Zimbel – oder fröhlich
umhertollen und Purzelbäume schlagen.
Nackte Frauen als Schildhalterinnen begegnen vor 1500 nicht oft, sie dürften aber ebenso wie die kleinen Kinder im Rahmenband als Symbole der Fruchtbarkeit, als gutes Vorzeichen für das Fortbestehen der Familie des Wappenträgers angesehen worden sein.
CVMA 98754

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR