Logo

Prunkteller mit Falknerin

Ident. Nr.: K 1746

ObjID: obj:906084

Details (expert)

Date(s)
Ausführung: um 1460/80
Geographical references
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei

Object Description

Großer Teller mit flachem Spiegel und niedriger, steiler Wandung, flacher Fahne und gekniffenem Rand. Das Hauptmotiv bildet eine auf einem Pferd reitende Dame in modischer Kleidung mit einem Falken auf der rechten Hand. Im Hintergrund auf einer Wiese ein Baum mit Samenfrüchten. Das Bildfeld ist mit einem braungelben Stab umrandet. Die Fahne des Tellers ist mit einem Rankendekor versehen, darin in vier ovalen Reserven ein wildschweinartiges Fabelwesen mit Horn, zwei Hunde und ein Hase, was zur Jagdmotivik passt.
Es handelt sich um eine sehr frühe figürliche Darstellungen auf Majolika. Die klare Trennung zwischen zentralem Bildfeld im Spiegel und den Ranken-/Tiermotiven der Fahne steht exemplarisch für die eigenständige europäische Majolikamalerei, wie sie sich in Montelupo bei Florenz um 1460 entwickelt hat. // Lit.: Tjark Hausmann 1976, Kat. Nr. 83; Kat. KGM 1985, Nr. 54; Kat. Florenz 2002, "Capolavori della Maiolica"..., S. 118ff. // ClKa

Last updated: 10.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR