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Kelch der Ursula Freiin von Proskau

Ident. Nr.: 1898,27

ObjID: obj:906106

Details (expert)

Date(s)
1575
Material / Technique
Silber, vergoldet
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 24 x 17,5 cm
Gewicht: 1640 g

Object Description

Über einem astartigen Reif in Dreipaßform, der sich über einer knospenbesetzten Hohlkehle wiederholt, wächst dichtes Rebstockgeäst mit Weinlaub und kleinen Trauben hervor, das in durchbrochener Arbeit den Fuß des Kelches gestaltet. Auch der Schaft und der Knauf des Gefäßes, die einen herkömmlichen Umriß zeigen, werden von knorrigem und geflochtenem Geäst gebildet. Rebstockzweige mit Blattqwerk und Trqaube - wie am Fuße - umgeben den unteren Teil der glatten Kuppa, abgeschlossen von einem Fries halbkreisförmiger übereinanderliegender Aststücke.
Auf der Unterseite ist in den unteren Astreif die Stifterinschrift eingraviert: "IM 1575 IAR HAB ICH VRSVLA FRAW V[ON] PRVSKAW GEBORNE V[ON] LOBKOWICZ AVF ALTENBVRG DISEN KELCH ZVR EHR GOTTES VND MEYNER GEDECHTNVS MACHEN LASSEN." KP

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa