Logo

Albarello mit Wappen, Jahreszahl und Aufschrift

Ident. Nr.: W-1986,92

ObjID: obj:906431

Details (expert)

Date(s)
1630
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 12 cm

Object Description

"Kleines Gefäß mit Wülsten unter der Lippe und über dem Fuß. In einem breiten gelben Feld eine braune Kartusche mit einem ovalen Wappen: Im blauen, weiß unterstützen Schildhaupt ein gelber Stern, darunter drei weißem Pfähle in gelbem Feld. Seitlich die Buchstaben P. G. Unten die Inschrift: CONF. S. HAMECH. (Confectio Syropo [?] Hamech). Auf der übrigen Fläche der Wandung hellbraun-weiße Trophäen vor blauem Grund mit weißen Schnörkeln. Auf einer der Trophäen die Jahreszahl 1630, wobei die beiden letzten Ziffern sehr blaß auf braunem Grund stehen. Unten zwei trompetenförmige Motive, mit Grün gemalt.
Confectio Hamech war ein Purgativ, benannt nach einem arabischen Arzt. Das Medikament war zusammengesetzt aus Colocynth, Skammonium, Blätterpilz, Sennablättern, Rhabarber und anderen Ingredienzien.
Der Albarello hat die Form von Apothekengefäßen, wie sie in Castel Durante im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts entstanden. Die vergleichbaren Exemplare aus dieser Zeit zeigen aber Trophäen mit schärferen Umrissen, währen die Gegenstände auf dem vorliegenden Stück flüchtiger gezeichnet sind. Das Gefäß ist jedoch ein gutes Beispiel für das Weiterleben eines gelungenen Typus bis weit ins 17. Jahrhundert hinein."
in: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr (=Kataloge des Kunstgewerbemuseums XI), Berlin 1986, Kat. Nr. 52

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa