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Herrenweste aus Goldlamé

Ident. Nr.: 2003,KR 118

ObjID: obj:906697

Details (expert)

Date(s)
um 1780
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Dimensions
Länge: VL./RL. 81 cm

Object Description

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert wurden die Westen zunehmend kürzer und gerader getragen. Von besonderer Pracht ist diese kragen- und ärmellose Weste aus Goldlamé, einem Gewebe, in dem Metallfäden oder Metalllahn von Webkante zu Webkante verarbeitet wird. Die Vorderkanten dieser Weste und die Taschenpatten sind schlicht, doch sehr effektvoll mit einer Borte aus facettierten Glassteinen, konturiert von roten Pailletten und Bögen aus blauen Pailletten, besetzt. Der strenge Charakter dieser Borte wird von den regelmäßigen Längsstreifen aus Metallpailletten aufgegriffen, die die Vorderteile zieren. Die luxuriösen Materialien kontrastieren den schlichten Dekor. Der geschlossene Rücken ist aus maisgelbem Leinen gearbeitet, die Weste ist mit gelbem Seidentaft gefüttert. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa