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Deckelkassette mit mythologischen Figuren

Ident. Nr.: K 9503

ObjID: obj:906791

Details (expert)

Involved
Herstellung: Severo da Ravenna (um 1496 – um 1543),
Modelleur*in
Dating
um 1500
Material / Technique
Bronze, Naturpatina
Dimensions
Breite: 23,3 cm
Höhe: 9,5 cm

Object Description

Dieses Behältnis für Schreibzeug enthält Tintenfass, Streusandbüchse, Siegelmasse und Schreibgerät. Im Zentrum des Deckels und an den Seiten erscheint jeweils das schlangenköpfige Haupt der todbringenden Medusa aus der antiken Mythologie. Die Breitseiten zeigen männliche Brustbilder, gerahmt von Füllhörnern und Kentauren, sagenhafte Mischwesen aus Mensch und Pferd, die Nymphen auf ihren Rücken tragen – kleine Schildkröten bilden die Füße. Einzelmotive stammen von antiken Altären und Sarkophagen und besitzen vielleicht eine von dort übertragene Bedeutung.
Typische Bronzewerke der Renaissance sind neben Glocken, Mörsern und Kanonen auch Luxusartikel wie Schreibzeuge, Öllampen, Kandelaber, Kerzenhalter oder Türklopfer. Die oberitalienische Residenzstadt Padua war ein Zentrum dieser Produktion. SN

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR