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Auferstehung Christi

Ident. Nr.: K 2392

ObjID: obj:907024

Details (expert)

Date(s)
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Dimensions
Durchmesser: 10,1 cm
Dicke: 0,4 cm

Object Description

Bei dem in feinem Pfeifenton ausgeführten Relief handelt es sich um eine alte Ausformung eines jener Tonmodel, die vor allem der Herstellung von festtäglichem Backwerk dienten, das zu kirchlichen Festen, Hochzeiten oder anderen besonderen Anlässen hergestellt wurde. Aber auch die Verwendung solcher Model für die Anfertigung von Reliefs aus Papiermaché oder zur Glockenzier ist nachgewiesen, so findet sich diese wohl in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene Darstellung der Auferstehung Christi zwischen 1511 und 1524 auf zwei Glocken des Erfurter Glockengießers Heinrich Ciegeler I. und noch 1556 auf zwei Glocken des Kölner Glockengießers Derich von Coellen. Entsprechende Tonmodel wurden in Hildburghausen und in der Glockengussgrube B 67 am Kölner Dom gefunden, eine Ausformung in Papiermaché in Kloster Wienhausen. Eine weitere Ausformung in Pfeifenton befindet sich im Diözesan-Museum Utrecht. Ursprungsform für die oft in zahlreichen Exemplaren vervielfältigten Backmodel aus gebranntem Ton waren zumeist Patrizen aus Speckstein oder Solnhofener Kalkstein (sog. "Kuchensteine").
Das Rundrelief zeigt die Auferstehung Christi, der im Begriff ist mit der Kreuzesfahne in der Linken dem Sarkophag zu entsteigen. Auf dem schräg über die Sarkophagöffnung gelegten Deckel sitzt in missverstandener Abwendung von den drei hinter dem Grab erscheinenden Marien der Auferstehungsengel. Am unteren Bildrand sind drei schlafende Wächter dargestellt. LL

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa