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Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien

Ident. Nr.: M 1825 a,b

ObjID: obj:907073

Details (expert)

Involved
zugeschrieben: Johann Gottlieb Menicus ( - 1755),
Hersteller*in
Dating
um 1747/1755
Dimensions
Höhe: mit Deckel 24,7 cm

Object Description

Eine Beschreibung der Deckelvase findet sich im Fayencekatalog des Berliner Kunstgewerbemuseums von 1976:
"Eiförmiges Gefäß mit konischem Fuß und gewölbtem Deckel. Der hellgrüne Grund ist mit gelbem, purpurn gezeichneten Blattwerk bemalt. In drei großen Reserven mit gezackter Umrandung steht jeweils ein Chinese im Garten vor einem Zaun. Auf dem Deckel ebenfalls drei Reserven mit Zaunmotiven. Am Fuß abwechselnd Blätter und Spiralornament, am Hals blaue Bogenreihen. Malerei in den Farben Grün, Gelb, Blau, Türkisgrün und Purpur. Die Zeichnung ist mit Purpur ausgeführt. Nach dem Tode Cornelius Funckes 1737 arbeitete seine Manufaktur anscheinend ohne wesentliche Unterbrechung weiter, bis sie 1747 in den Besitz von Johann Gottlieb Menicus überging, der 1755 starb. 1767 wurden die Bestände des Fabriklagers versteigert."
Die Zuschreibung an Johann Gottlieb Menicus basiert auf den Forschungen Otto von Falkes.

Die Vase gehört zum Altbestand des Kunstgewerbemuseums. Sie stammt aus der Sammlung des Freiherren Alexander von Minutoli (1801-1887), preußischer Regierungsrat und Dezernent für Gewerbeförderung in Liegnitz (Schlesien), der seine umfangreiche Privatsammlung 1859/69 an den preußischen Staat verkaufte. Die kunstgewerblichen Gegenstände wurden 1873 dem damals gerade neu gegründeten Kunstgewerbemuseum übertragen.

Keine Marke.

Lit.: Otto von Falke: Alt-Berliner Fayencen, 1923, Taf. 52a (mit nicht zugehörigem Deckel); Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 62.

ClKa

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Les Iris ("Toutes les âmes sont prêtes...")

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"Je nach Lichteinfall entwickelt die Vase ganz unterschiedliche Farbwirkungen, die von glühendem Orange-Rot über tiefdunkles Violett bis hin zu bernsteinfarbenen Brauntönen reichen. Iris- bzw. Schwertlilienpflanzen überziehen in asymmetrischer, lockerer Reihung die gesamte Wandung. In einem aufwändigen Verfahren wurden verschiedene Farbglasschichten in warmem Zustand überfangen und nach dem Erkalten des Glases partienweise, in unterschiedlicher Stärke, ausgeschliffen, so dass die jeweils darunterliegende Farbschicht durchscheint. Erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist die feine Gravur auf der Vasenschulter, die sich umlaufend zwischen Blätter und Blüten verteilt. Sie gibt ein Zitat des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck (1862–1949) wieder, einem prominenten Vertreter des Symbolismus: „Toutes les âmes sont prêtes, il faut cependant [que] l’une d’elles commence, pourquoi ne pas oser, être l’une qui commence“. Die genaue Botschaft bleibt rätselhaft und der Empfänglichkeit der Betrachter überlassen. Ist unsere Seele die eine bereite Seele, die es wagt zu beginnen?Schöpfer der Vase war Émile Gallé (1846–1904). Mit seinen „vases parlants“, den sprechenden Vasen, verstand er es virtuos, Naturmotive in der Materialsprache des Glases auszudrücken und symbolisch zu überhöhen. Inspirieren ließ er sich dabei von sino-japanischen Vorbildern, darunter chinesischen Glasvasen, von denen sich Beispiele im Berliner Kunstgewerbemuseum befanden. 1885 war Gallé eigens nach Berlin gekommen, um zwei Wochen lang die damals gerade neu erworbenen chinesischen Gläser aus der Sammlung des preußischen Diplomaten Max von Brandt im Kunstgewerbemuseum zu studieren." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 180f.)ClKa