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Konfektschale mit den hll. Hieronymus und Andreas aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,398

ObjID: obj:907145

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Hinrich Grabow (lernte ab 1481 bei Karsten Wittingk in Lüneburg, 1496 Meister, noch 1534 erwähnt),
Goldschmied*in
Date(s)
1515 - 1520
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 19 x 31 cm
Gewicht: 1104 g

Object Description

Figuren gegossen. Fuß- und Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand, Schalenrand innen und Mittelteil der Schale vergoldet. Hügel mit Resten bunter Emaillierung. Befestigung der Schale am Schaft wie bei Inv. Nr. 1874,397
In der Gestaltung der vorigen Katalognummer sehr ähnlich, doch Schaft schlanker und stärker eingezogen, Schale flacher und die Buckelung vielteiliger. Acht Buckel zieren den Fuß, 26 – wie bei Inv. Nr. 1874,397 nach außen getrieben – die Wandung der Schale. Dagegen versetzt schließt im leicht eingesenkten Spiegel eine Zungenreihe mit tremolierten Graten an. Unregelmäßig gegen diese verschoben, wölben sich im Mittelbereich zwei Reihen von je 14 gegenläufig angeordneter, grätig zugespitzter Buckel. In den Zwickeln, auch am Rand, stilisierte Blüten ähnlich wie bei Inv. Nr. 1874,397. Im Zentrum ein Mauerring mit Zinnen und Schießscharten und einem durch ein Schloß gesicherten Tor, darin ein Hügel mit bunter Wiese, auf der die Figuren der hll. Hieronymus (mit Kreuz und Löwe) und Andreas (mit Kreuz und Buch) liegen. Am Tor die emaillierten Wappen des 1517 gestorbenen Ratsherren und Kämmerers Thidericius Il Wülsche, seiner Frau Ilsabe von Erpensen aus erster und Tibbecke von Töbing aus zweiter Ehe.

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa