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Pasticcio mit fünf Köpfen

Ident. Nr.: F 2385

ObjID: obj:907523

Details (expert)

Date(s)
1520-1530 und um 1570

Object Description

Das aus den Köpfen von drei Männern und zwei Frauen zusammengestellte Glasgemälde ist ein typisches Beispiel für eine hauptsächlich um die Wende zum 20. Jahrhundert von Werkstätten gepflegte Praxis, bei Restaurierungen ausgeschiedene Fragmente zu Pasticcios zu verarbeiten. Ihrem unterschiedlichen stilistischen Erscheinungsbild nach zu schließen, dürften die Fragmente verschiedenen Fenstern entnommen sein. Der junge Mann im Zentrum trägt ein blaues Wams, vom Gewand des Bärtigen rechts darüber ist nur der gelbe Kragen erhalten, der rote Mantel zwischen den beiden Frauen scheint ein Flickstück zu sein. Hinweise auf eine bestimmte Ikonographie gibt allein die weinende Frau, die wegen ihrer Mimik und ihrer modischen Aufmachung an die Magdalena einer Grablegung Christi denken lässt. Aus dem gleichen Feld stammt vielleicht auch das Antlitz der Frau mit dem Schleier. Die kühle stilistische Eleganz der beiden Gesichter erinnert an die von Jean Clouet (um 1485–1540) geprägte Pariser
Malerei aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Allerdings dürften sie nicht vor 1550/60 entstanden sein, denn erst dann kam die Mode auf, die Stirn mit einer Agraffe, einer Perle oder einem anderen Schmuckstück zu zieren. Die Köpfe der beiden Männer darüber sind jedenfalls in einer anderen, früheren Handschrift ausgeführt, ihre ausdrucksvolle Miene, ihr intensiver Blick gemahnt vage an die spröden Charakterköpfe von Nicolas Dipre (gest. 1519 bzw. 1531/32).
CVMA 98757

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa