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Tanzkleid mit blau schillernden Pailletten "Sorrente"

Ident. Nr.: 2003,KR 523

ObjID: obj:908146

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Jeanne Lanvin (1867 - 1946),
Designer*in
Date(s)
1927/1928
1928
Geographical references
Herstellungsort: Paris
Dimensions
Länge: VL./RL. 109 cm

Object Description

Kräftiges Blau mit einer leichten Mauvetönung zählte zu den Lieblingsfarben von Jeanne Lanvin (1867–1946). Sie hatte es im Werk des Malers Fra Angelico entdeckt und immer wieder in unterschiedlichen Nuancen und Farbkombinationen verwendet. Hier erhält es durch den Glanz der Pailletten besondere Strahlkraft. Das gerade geschnittene Kleid aus zartem Seidenvoile hat tiefe Dekolletés und Armausschnitte mit schmalen Schulterträgern. Ab Ausschnitthöhe ist das Kleid vollständig mit lose flatternden, nach unten größer werdenden, rautenförmigen Blättern besetzt, die eine bewegte Line mit gezackter Saumkante vorgeben. Jedes dieser Blätter ist fächerförmig mit größer werdenden Pailletten bestickt. Im oberen Bereich wurden die kleinsten Pailletten in Tambouriertechnik schuppenförmig aufgebracht, die darunter befindlichen größeren hingegen wurden einzeln und von Hand mit schwarzem Garn in Überfangstichen aufgestickt. Die sternförmige Anordnung der schwarzen Fäden führt zu einer nuancierten Lichtbrechung. Diese aufwendige Stickerei ist ein bezeichnendes Beispiel für die hohe Qualität der beiden Stickereiateliers, die zum Unternehmen von Jeanne Lanvin gehörten. Im Gegensatz zu anderen Modehäusern gab Lanvin Stickereien nicht nach außen.
Jeanne Lanvin hatte ihre Karriere mit 18 Jahren als Modistin begonnen. Nach der Geburt ihrer Tochter 1897 kam erlesene Kinderkleidung hinzu. Deren großer Erfolg führte dazu, auch Damenkleidung zu entwerfen. Im Gegensatz zur Sachlichkeit von Coco Chanel pflegte Lanvin einen femininen Stil mit teilweise romantischen Anklängen und erzielte ihre größten Erfolge mit dem in immer wieder abgewandelter Form erscheinenden „Stilkleid“ und reichen, inkrustierten Stickereien. CW

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa