Logo

Wappenscheibe der Pömer

Ident. Nr.: K 7318

ObjID: obj:908258

Details (expert)

Dating
1. Hälfte 16. Jahrhundert
Material / Technique
Glas farblos, rot und blau; Schwarzlot, Blei
Dimensions
Höhe x Breite: 17 x 20 cm

Object Description

Von den einst 16 kleinformatigen Rundwappen Nürnberger Familien im Besitz des Berliner Kunstgewerbemuseums ist heute nur noch das Emblem der Pömer vorhanden. Der Schild vor blauem Strahlenkranz zeigt im schwarzen Feld oben von Rot und Weiß dreifach schrägrechts geteilt das Wappen der Nürnberger Patrizierfamilie Pömer. Bedeutendster Vertreter der Familie war Hector Pömer (1495–1541), der als Propst von St. Lorenz 1522 Andreas Osiander zum Prediger berief und so maßgeblich die Reformation in der Reichstadt beeinflusste.
Die Komposition im Strahlengrund entspricht einem für Wappenmedaillons von der zweiten Hälfte des 15. bis ins zweite Viertel des 16. Jahrhunderts geläufigen Schema.
CVMA

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR