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Kommode in Mahagoniholz mit vergoldeten Bronzen und Marmorplatte

Ident. Nr.: W-1984,168

ObjID: obj:908552

Details (expert)

Date(s)
1785/1790
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 82 x 106,5 x 52 cm

Object Description

Die Kommode verkörpert den klassizistischen Stil in der von Abraham und vor allem David Roentgen geprägten Interpretation auf perfekte Weise und zeigt die hierzu seit Anfang der 1780er Jahre entwickelten Charakteristika des Stils in vollendeter Qualität. Mit ihrer eleganten Proportion zählt die Kommode zu den reifsten Arbeiten der Manufaktur.
Geöffnet zeigt sich die hervorragende Verarbeitung der Kommode, bei der einzelne Fächer durch Staubböden voneinander getrennt sind, die kassettierte Rückwand abschraubbar eingesetzt ist, die Seiten als Rahmen aus feinem Eichenholz ausgeführt sind und bis heute keine Risse aufweisen. Die Konstruktion der Kommode ist vollständig auf die Details ihrer äußeren Proportion abgestimmt. So gehören die schlanken Rahmen zwischen den Schubkastenfüllungen – um eine gleichmäßige Teilung der Front zu erreichen – je nach Bedarf zum Vorderstück des Schubkastens oder als Traverse zum Korpus.
Das Exemplar des Kunstgewerbemuseums gehört zu einer Gruppe von insgesamt acht bisher bekannten Kommoden, die zwischen 1785 und 1790 entstanden sein dürften und eine nahezu identische Gestaltung variieren. Unterschiede bestehen vor allem in der Proportion – es gibt zwei Breiten von ungefähr 105 und 130 cm, in der Akzentuierung der Friesmitte durch ein Medaillon in Kreis- oder Rautenform und in der Entscheidung für eine Deckplatte aus Marmor oder Holz. Weniger auffällig sind die verschiedenartige Abtrennung des Friesgeschosses durch einen Perlstab oder ein glattes Profil, die Verwendung unterschiedlicher Rosetten, die Vergoldung der Kanneluren oder auch ihre Füllung durch Stäbe, sowie einmalig ein hängender Beschlag unter dem Korpus.
ASt

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa