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Wappen der Familie Waldburg mit Schildhalterin

Ident. Nr.: 1914,55

ObjID: obj:909436

Details (expert)

Date(s)
um 1520
Material / Technique
Glas, mehrfarbig, bemalt

Object Description

Das Wappen der Familie Waldburg ruht auf einem Rasenstück und wird von einer Schildhalterin begleitet. Das Wappen zeigt im Schild übereinander drei schreitende, vorwärtssehende Leoparden in Schwarz auf gelbem Grund und auf dem unbekrönten Bügelhelm ein rotes, viereckiges Kissen mit Quasten, aus dessen Mitte ein Pfauenschweif hervor wächst. Dies ist das Wappen der Adelsfamilie Waldburg. Die rechts des Wappens stehende
Schildhalterin ist mit weitem Rock und engem Oberteil mit geschlitzten und gepufften Ärmeln mit Muffen und einer gebänderten Haube in eine im frühen 16. Jahrhundert verbreitete Tracht gekleidet. Ihre rechte Hand ist von dem Wappen überdeckt, ohne dass der Haltegestus deutlich wird. Wappen und Frau stehen vor einem blauen Hintergrund, in dessen Rankenwerk zwischen Pfauenschweif und Frauenkopf eine Eule sitzt,die von zwei nicht näher zu bestimmenden Vögeln angegriffen wird, während ein dritter, gleicher Vogel weiter oben in den Ranken sitzt. Zwei doppelschäftige Rundbaluster auf flacher Basis mit Blattkapitellen und ein Bogen aus Blätterbündeln, die von Engeln gehalten werden, rahmen Wappen und Schildhalterin. Unter dem Wappen findet sich die Inschriftenleiste und rechts von ihr Scherben mit einer horizontal liegenden, gewirtelten
Säule. Beides sind vermutlich später hinzugekommene Stücke, da kein Zusammenhang mit dem Wappen zu erkennen ist.
CVMA 98716

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR