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Kelchglas mit Bildnis Friedrich II. von Preußen

Ident. Nr.: 1908,102

ObjID: obj:910032

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Zechliner Glashütte (1737–1890),
Glashütte
Friedrich II. (Preußen, König) (1712–1786),
Dargestellt
Date(s)
Ausführung: 1751-1770
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Zechlinerhütte
Dimensions
Höhe: 18,2 cm
Durchmesser: 8,9 cm (Fuß)
Durchmesser: 8,1 cm (Mündung)
Wandstärke: 0,3 cm

Object Description

Pokal aus farblosem, manganstichigem Glas, Abrissnarbe am Boden, Glockenfuß mit einem Facettenfries in Schälschliff, der Schaft aus Nodus und gekehltem Übergang zum massiven Kugelbaluster mit fünf konzentrisch eingestochenen Luftblasen ist wabenfacettiert, der Übergang zur becherförmigen Kuppa gekehlt und ebenfalls wabenfacettiert. Am Eisboden der sich konisch darüber weitenden Kuppa wiederholt sich der Luftblasendekor vom Schaft sowie der radiale Facettendekor vom Fuß. Die Schauseite der Kuppa zeigt eine bekrönte Rollwerkkartusche mit dem mattgeschnittenen Profilbildnis König Friedrichs II. in Harnisch, die Haare zum Zopf gebunden; darüber die Inschrift: Es lebe der König. Den verwärmten Mündungsrand ziert ein fein geblänkter Perlfries. Dieser Pokal aus der Zechliner Glashütte zeigt ein Brustbild des als Friedrich der Große bekannten Preußenkönigs Friedrich II. (1713–1786), jugendlich kräftig in Harnisch. Die Darstellung geht auf eine Silbermünze von Johann Conrad Marmé (1710–1772) aus dem Jahr 1751 zurück (vgl. Münzkabinett SMPK, Inv. Nr. 18205935). Sie diente auch einem anderen Zechliner Glasschneider für einen Pokal mit Vergoldung als Vorbild (Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 16, S. 24). In der frühen Neuzeit ließ man mit derartigen Vivatgläsern seinen Landesherren mit dem Zutrunk aus einem gläsernen Pokal hochleben und trank auf seine Gesundheit. Sie werden daher auch als Gesundheitsgläser bezeichnet. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa