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Rückenansicht einer knienden Frau im Gebet (Studie für die Gestalt der Heiligen Katharina)

Ident. Nr.: KdZ 5079

ObjID: obj:938664

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Fra Bartolommeo (1472 - 1517),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Date(s)
Herstellung: um 1511
Systematics/Type
Dimensions
Höhe x Breite: 33,3 x 25,2 cm
Acquisition
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Object Description

Diese Zeichnung diente aller Wahrscheinlichkeit nach als Vorstudie für die Gestalt der Heiligen Katharina, die links vorne im Bild der Sacra Conversazione (Paris, Louvre) kniet. Der Künstler erprobte auf diesem Blatt Volumina sowie Licht- und Schattenfall für diese einzelne Gewandfigur, bevor er sie dann in die Gesamtkomposition einbezog. Die mit schwarzem Stift vorgenommene Quadrierung erleichterte dabei die proportionsgenaue Übertragung auf die Tafel. Die sanften Weißhöhungen sowie die mit einem stumpfen, nicht angespitzten Kreidestift ausgeführten und teilweise verriebenen dunklen Partien zeugen von einem sorgfältigen Studium von Lichtwirkung und Plastizität, wie Vasari es bei Fra Bartolomeo ausdrücklich lobt, da dieser „ … sich neben dem disegno auch auf die Tiefenwirkung verstand und die Figuren anhand dunkler Schatten nach vorne treten lassen konnte …“ (Vasari, [Das Leben des Piero di Cosimo, Fra Bartolomeo und Mariotto Albertinelli. Neu übers. v. V. Lorini, eingel., komm. u. hg. v. Ch. Irlenbusch u. K. Lemelsen, Berlin 2008], S. 50). Dabei bereicherte das grau-braune Papier die Modellierung um eine gewisse Tonigkeit und ermöglichte es dem Künstler, von diesem Mittelton ausgehend, mit den Zeichenstiften sowohl ins Dunkle, als auch ins Helle zu arbeiten. Neben Plastizität und Volumen besticht diese Zeichnung durch besondere atmosphärische Qualitäten. Diese werden einerseits durch den Eindruck der venezianischen Kunst erklärt, den der Künstler bei seinem Venedigaufenthalt 1508 erhalten hatte, andererseits durch den Einfluss von Leonardo da Vincis Sfumato [...]. Das Papier, das hier zum Zeichnen verwendet wurde, war wohl eher als Packpapier denn als Schreib- oder Zeichenpapier gedacht – dies ist in so fern bemerkenswert, als Vasari berichtet, dass ein großes Konvolut der Zeichnungen Fra Bartolomeos nach dessen Tode von einer Nonne aufbewahrt wurde, welche etliche Blätter davon tatsächlich als Packpapier benutzte.

Text: Dagmar Korbacher in: Heiko Damm & Dagmar Korbacher, Das Jahrhundert Vasaris. Florentiner Zeichner des Cinquecento, hg. vom Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Berlin 2011, S. 16, Kat. 1 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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