Logo

Spanische Schwertlilie, Winde und Kirschen

Ident. Nr.: KdZ 7549

ObjID: obj:942109

Details (expert)

Involved
Ausführung: Georg Flegel (1566),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: um 1630
Dimensions
Höhe x Breite: 23,3 x 17 cm

Object Description

Die Dinge der Schöpfung verehrend nachgebildet, so daß sie scheinbar gegenwärtig sind. Auf den Kirschen blitzt das Glanzlicht eines Fensters. Der künstlerische Instinkt des Zeichners verwandelt die Zusammenhanglosigkeit der Gegenstände in das stille Beziehungsgeflecht eines Stillebens. Von ehemals 110 Bl. dieser Art in Berlin haben 79 den Krieg überlebt. Für den Stillebenmaler Flegel war dieser Vorrat der unentbehrliche Vorlagenschatz für seine Gemälde, darüber hinaus sicherlich auch Beispielsammlung für die Besteller. Vermutlich fühlte der Künstler sich als ferner Nachfahre Dürers, dem der Ruhm anhaftete, als erster die Welt beobachtet und treu dargestellt zu haben.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 144, Kat. III.75 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)