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Initiale O mit Christus in der Glorie

Ident. Nr.: Min 1240

ObjID: obj:948260

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Lorenzo Monaco (1370 - 1430),
Maler*in
Date(s)
Herstellung: um 1385 - 1397
Material / Technique
Deckfarben auf Pergament
Dimensions
Blattmaß: 34,3 x 30,2 cm

Object Description

Der wohl bedeutendste Florentiner Maler und Illuminator um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurde als Giovanni di Pietro etwa 1365 in Siena geboren, kam schon früh nach Florenz und erhielt seine Ausbildung vermutlich in der Werkstatt des Agnolo Gaddi. Überliefert ist im Jahr 1391 sein Eintritt in das Kamaldulenserkloster Santa Maria degli Angeli mit dem Mönchsnamen Lorenzo. Für das Kloster arbeitete er an der Ausstattung mehrerer Chorbücher, die 1394-1396 datiert sind. Mirella Levi d'Ancona hat das allseitig beschnittene Blatt als fol. 102 aus dem Corale 1 der Bibliotheca Laurenziana in Florenz identifiziert (briefl. Mitt. vom 17.10.1972).
In der auf poliertem Goldgrund prächtig ausgestalteten Initiale 0 ist der in strahlenbesetzter, von Seraphim umgebener Mandorla auf Wolken thronende Christus Pantokrator dargestellt. Die apokalyptischen Zeichen Alpha und Omega (Apoc. 1, 7-8) im Buch des Herrn sind merkwürdigerweise vertauscht. Den blaugrauen, mit feinem Ornament verzierten Buchstabenkörper umschließen lappige Blätter, die in Köpfen von Menschen und einem Vogel endigen; seitlich wird das Blattwerk als Randdekor weitergeführt. Die helle Farbpalette von Rose, Blau, Grün mit zarten Blüten und Karminrot entspricht dem in der Buchmalerwerkstatt von Santa Maria degii Angeli vertrauten Akkord. Für den Figurenstil, besonders für die Zeichnung des Kopfes, ist der Christus in der Abendmahlspredella vom Triptychon aus S. Gaggio in der Berliner Gemäldegalerie (Nr. 1108), einem Frühwerk des Lorenzo, vergleichbar.

Text: Frauke Steenbock in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 55f., Kat. I.10 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 18.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)