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Hagar und Ismael in der Wüste

Ident. Nr.: KdZ 12955

ObjID: obj:954256

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Giovanni Benedetto Castiglione (il Grechetto) (1609 - 1664),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: um 1655/1660
Dimensions
Höhe x Breite: 43,6 x 31,9 cm

Object Description

Wie [KdZ 12511] bezieht sich das Motiv der Zeichnung auf das Buch Genesis (21,14-19). Hagar und ihr Sohn Ismael wurden von Abraham verstoßen und irrten in der Wüste von Beerscheba umher. Sie drohten zu verdursten, Gott aber hörte das Wimmern des Knaben und sandte einen Engel, der den Weg zu einem Brunnen wies.
Eine ausgeführtere, farbig reichere Version des Themas befindet sich in der Suida Manning Collection, New York. Das Blatt stammt ebenfalls von Castiglione und wird von Ann Percy um 1655 datiert, ein Gemälde in Genua in die späten 1650er oder frühen 1660er Jahre (Percy [Giovanni Benedetto Castiglione. Master Draughtsman of the Italian Baroque, Philadelphia] 1971, Nr. 82, Abb. und S. 41 f., Fig. 28). Absehbar am leicht exaltierten Movimento der Figuren und der herben Gestaltungsweise des Vordergrunds mit kurzen, gebrochenen Pinselhieben und -haken gehört auch die Berliner Zeichnung nicht, wie Dreyer vermutete, in die mittlere, sondern in die späte Schaffenszeit des Künstlers.

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 284, Kat. V.45 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 17.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Das Kolosseum in Rom, von der Seite des Palatin gesehen

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Jan Gossaert, seinerzeit berühmt und hoch geschätzt, war bei verschiedenen Fürsten als Hofmaler tätig und gilt als der Begründer des neuen romanistischen Stils in den Niederlanden. 1508-09 reiste er in Begleitung Philipps von Burgund, eines humanistisch gelehrten Fürsten, nach Rom, wo er im Auftrag seines Mäzens nach antiken Monumenten zeichnete. Zu einem nicht erhaltenen römischen Skizzenbuch dürfte die Berliner Ansicht des Kolosseums gehört haben. Das sogenannte Kolosseum, ein um 80 n. Chr. errichtetes Amphitheater – bis zum heutigen Tag ein Wahrzeichen Roms −, ist von Westen her gesehen. Der Zeichner stand dicht am Bauwerk, sodass er nur wenige Achsen wiedergab. Der Baubefund, wie er sich in jenen Jahren darstellte, ist mit der feinen, spitzen Feder minuziös erfasst: die einzelnen Mauerringe und ihre Abbrüche, die Säulenordnungen und die aus dem Mauerwerk hervorwachsenden Bäume. Gossaert war wie alle nordischen Künstler vor und nach ihm von dem ruinösen Zustand des antiken Monumentes, das die Zeit überdauert hatte, fasziniert. Doch er sah das Bauwerk mit den am spätgotischen Stil geschulten Augen des Nordländers: Es gelang ihm nicht so recht, seine wahre Monumentalität zu erfassen. Text: Holm Bevers, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 72Jan Gossaert, famous and highly valued already during his lifetime, worked as a court painter for several princes and was considered the founder of the new Roman-influenced style of painting in the Netherlands. In 1508 and 1509, he traveled to Rome in the entourage with the humanistically trained Philip of Burgundy to Rome. There he was commissioned by his patron to draw the ancient monuments. The Berlin view of the Colloseum is most likely from this no longer extant Roman sketchbook. The so-called Colosseum, an amphitheater built in 80 AD that remains a trademark of the city today, is depicted from the West. The draftsman is close to the structure, so that he only presents a few of the axes. The state of the structure in the years of its depiction is captured with the fine, sharp pen meticulously: the individual rings of the wall and the ruined arches, the lines of columns and the trees emerging from the brickwork. Gossaert, like all Northern artists, was interested especially in the ruinous state of the Ancient objects that had lasted through the ages. But he also saw the structure with the eyes of a northerner, schooled in the late Gothic style. He was not quite able to do justice to its true monumentality. Text: Holm Bevers, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 72