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Studien zu einer Rüstung

Ident. Nr.: KdZ 5120

ObjID: obj:956421

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Paolo Caliari (gen. Veronese) (1528 - 1588),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1558-1560
Systematics/Type
Provenance
Thomas Lawrence (1769-1830),
157384
Sir Francis Seymour Haden (1818-1910),
586270
Dimensions
Blattmaß: 38,0 x 25,4 cm
Acquisition
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Object Description

Veronese zeichnete dieselbe Rüstung in zwei um 90° zueinander gedrehten Ansichten. Die sorgfältige Präparierung des Papiers gab dem Künstler Gelegenheit, auf einem farbneutralen Grund sowohl ins Helle als auch ins Dunkle zu arbeiten. Ihm ging es demnach zunächst um die Gewinnung eines möglichst plastischen Eindrucks, der aus dem Verhältnis von skulpturalem Volumen, stofflicher Eigenschaft, farbiger Erscheinung und den Glanzreflexen des ehernen Harnischs entsteht. Darüber hinaus aber zielen die bewegte Stellung, die Untersicht und insbesondere die an der rechten Armschiene ergänzte Hand, die in die >Hüfte< gestemmt ist, auf eine Illusion wahrer Körperlichkeit und herrschaftlichen Pathos'.
Die Rüstung taucht auf einer Reihe von Gemälden Veroneses seit den frühen 1550er Jahren auf. Man findet die untere Ansicht auf dem »Bildnis eines jungen Mannes« (um 1551) und auf einem Fragment des »Hl. Sebastian vor Diokletian« (um 1558), die obere erstmals auf dem »Bildnis des Admirals Contarini« (um 1560), später auf dem »Porträt des Agostino Barbarigo« von 1572 [...]. Einige Merkmale verbinden die Zeichnung näher mit dem zerstörten Gemälde »Venus bringt Mars die Waffen« von ca. 1579/80, das in einer Kopie überliefert ist und Rearick zur exakten Datierung des Berliner Blattes verleitete ([...] Rearick [The Art of Paolo Veronese 1528-1588, Washington] 1988, S. 132, Abb. 43). Der Charakter eines autonomen Modells und die technisch aufwendige Vorbereitung verbieten es jedoch, die Studie exklusiv jenem Auftrag der Spätzeit zuzuordnen. Man darf hingegen annehmen, daß die Zeichnung, die im Œuvre Veroneses einzigartig dasteht, zu einem frühen Zeitpunkt als Musterblatt entstanden ist, vielleicht schon während oder kurz nach der Ausbildung im Atelier von Antonio Badile in Verona. Die Vorlage könnte dann ab der Übersiedlung nach Venedig im Jahre 1555, dem Beginn der großen Karriere Veroneses, für verschiedene Zwecke wieder benutzt worden sein.

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 269, Kat. V.30 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 17.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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