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Kloster Burgeis in Tirol

Ident. Nr.: W.S. 18

ObjID: obj:958669

Details (expert)

Creator/Entity
Karl Eduard Biermann (1803 - 1892),
Maler*in
Date(s)
1832
Provenance
Kauf: Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, Berlin,
1832–18.1.1861
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 94,8 x 72,8 cm
Acquisition
1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie

Object Description

Der 1803 in Berlin geborene, einer Handwerkerfamilie entstammende Karl Eduard Biermann zählt zu den Begründern der Berliner Landschaftsmalerei (A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule, Berlin 1879, S. 332). Nach einem Studium an der Akademie war Biermann zunächst als Porzellan- und Dekorationsmaler tätig. Für den Theatermaler Carl Wilhelm Gropius schuf er mehrere Werke, etwa für dessen Diorama sowie Kopien nach Architekturbildern von Karl Friedrich Schinkel. Seit 1841 war Biermann Mitglied der Berliner Kunstakademie, ein Jahr später wurde er Lehrer an der Bauakademie, 1844 ernannte man ihn zum Professor. Biermann unternahm mehrere Reisen, unter anderem an den Rhein, in die Schweiz, nach Tirol, Italien und Dalmatien. Die Eindrücke dieser Reisen führten ihn zur Landschaftsmalerei. Zahlreiche Zeichnungen und Studien entstanden, in denen er sowohl die sonnige Klarheit des Südens als auch die Schroffheit des Hochgebirges mit Lichteffekten und leuchtenden Farbklängen festhielt. Vor allem mit seinen Alpenlandschaften errang er erste Erfolge. 1892 starb Biermann in Berlin. Im Jahr darauf zeigte die Berliner Nationalgalerie in einer Gedenkausstellung über 100 Werke des Künstlers (L.v. Donop, 33. Ausstellung des künstlerischen Nachlasses von Paul Graeb und Karl Eduard Biermann, Nationalgalerie Berlin 1893, S. 11-16, Kat. 184).
    Der Bankier Wagener erwarb von Biermann drei Alpenlandschaften. 1830 kaufte er für 200 Taler das großformatige Wetterhorn (1830, Öl auf Leinwand, 116 x 139 cm, W.S. 16), zwei Jahre später kamen die beiden formatgleichen, als Pendants angelegte Ansichten Der Finstermünz-Pass in Tirol (1830, Öl auf Leinwand, 95 x 72,5 cm, W.S. 17) und Kloster Burgeis in Tirol für jeweils 100 Taler in die Sammlung (Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des J.H.W. Wagener, Berlin 1850, S. 8-9, Kat. 13, 14, SMB-ZA, IV/NL Wagener). Alle drei Kompositionen eint ein wildromantisch gesteigerter Ausdruck und eine durch Lichteffekte bewirkte Expressivität.
    Biermanns Gemälde Kloster Burgeis in Tirol zeigt die Mitte des 12. Jahrhunderts oberhalb des Ortes Burgeis (Burgosio) im Südtiroler Vinschgau (Val Venosta), am nördlichen Ende des Etschtales gegründete Benediktinerabtei Marienberg. Die Errichtung der Abtei auf der Höhe von 1350 Metern begann mit dem Bau einer Krypta, auf der anschließend das romanische Kirchengebäude realisiert wurde. Das in Europa am höchsten liegende Benediktinerkloster wurde im 17. und 18. Jahrhundert im Stil des Barock umgestaltet. Von der alten romanischen Anlage ist hauptsächlich die mit Fresken verzierte Krypta erhalten. Auf seinem Bild stellte Biermann den mittelalterlichen Vorgängerbau dar, den er wohl aus dem vorhandenen barocken Gebäude ableitete und nach eigenen Vorstellungen gestaltete. Während die Anordnung der Gebäude dem heutigen Zustand etwa entspricht, dramatisierte der Maler die Ansicht durch starke Licht- und Schattenkontraste, einen steil aufragenden felsigen Untergrund, übergroß erscheinende, fast an den Bildrand ragende Bergspitzen und hinabstürzende Wasser. Den Eindruck der erhabenen Größe und Wildheit dieser Gebirgslandschaft verstärken gebrochene Bäume im Vordergrund. | Birgit Verwiebe


Last updated: 19.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Adolph Menzel (1815–1905) gilt als bedeutendster und vielseitigster Vertreter des Realismus in der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Die markante Physiognomie des schon zu Lebzeiten hochgeehrten, in Berlin lebenden Künstlers war stadtbekannt, unter anderem durch die vielgelobte Bildnisbüste, die der mit Menzel befreundete Begas anlässlich von dessen 60. Geburtstag 1875 geschaffen hatte und die im folgenden Jahr von der Nationalgalerie erworben worden war (B I 19). Dass gerade der kleinwüchsige Menzel zu den meistfotografierten und -porträtierten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit gehörte, lag nicht zuletzt an ihm selbst, denn der für seine Eitelkeit bekannte Maler kultivierte und ironisierte sein Image bereitwillig. Als er im Alter von fast neunzig Jahren am Morgen des 9. Februar 1905 starb, war es wiederum der langjährige Freund und Künstlerkollege, der noch am selben Tag die Totenmaske abnahm. Aus der Versteigerung von Begas’ Nachlass im Berliner Auktionshaus Heilbron gelangten Abgüsse von Totenmaske und Händen (B II 383 a) 1912 in die Nationalgalerie. Die Erwerbung entsprach der immensen Wertschätzung Menzels, der schon damals mit zahlreichen Zeichnungen und Gemälden in der Sammlung vertreten war. Laut Versteigerungskatalog existierten von der Maske mehrere Reproduktionen in Gips. Weitere Exemplare haben sich in der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin erhalten, die noch heute Abgüsse herstellt. | Wolfgang Cortjaens

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Uhu

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