Bildnis Anna Litwin
Ident. Nr.: A IV 544
ObjID: obj:958724
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1945
- Additional titles
- Collection title: Bildnis Anna LitwinTranslation: Portrait of Anna Litwin
- Provenance
- Sohn des Künstlers, Berlin (West),
1985Kauf: Staatlicher Kunsthandel der DDR, Generaldirektion,
1985–1986 - Material / Technique
- Öl auf Sperrholz
- Dimensions
- Höhe x Breite: 101 x 76,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958724
Object Description
Bekannt ist Strempel für Bilder, die sich mit den Schrecken der Naziherrschaft auseinandersetzen, sowie für großformatige Darstellungen des Wiederaufbaus nach Kriegsende. Doch neben diesen von Pathos getragenen Arbeiten schuf er auch privatere Porträts enger Freunde oder bekannter Zeitgenossen. Gemeinsam ist den Dargestellten häufig, dass sie die Diktatur Adolf Hitlers ablehnten, wenngleich aus gegensätzlichen Motiven: auf der einen Seite Zsiega Cohn, mit dem Strempel neben der engen Freundschaft auch eine gemeinsame Vergangenheit als Werbegrafiker verband, oder der ebenfalls mit dem Maler befreundete Komponist Richard Mohaupt. Beide zwang ihre jüdische Herkunft in die Emigration. Auf der anderen Seite die ambivalente Figur des Nationalbolschewisten Ernst Niekisch (WVZ Saure 48, 14, 209). Beim vorliegenden Bildnis weiß man bis auf den Namen heute nichts mehr über die Identität der Porträtierten. Ein alternativer Werktitel führt den Zusatz „Genossin“, was auf Funktionärskreise deutet und gut zu Strempels kommunistischen Kontakten passt. Dass das Bild 1946 vom Kulturbund in Potsdam ausgestellt wurde, mag ein Hinweis darauf sein, dass Anna Litwin keine Unbekannte war. Das Atelierbild zeigt eine ergraute Frau, die recht steif auf einem Stuhl sitzt und den Blickkontakt mit den Betrachter:innen meidet. Über ihren Charakter oder ihre Arbeit verrät es nichts. Wie in vielen Werken Strempels ist der Hell-Dunkel-Effekt augenscheinlich, der die Komposition fast in zwei Hälften teilt und an Malerei der Renaissancemalerei und des Barocks aufgriff. | Sven Haase
Last updated: 19.12.2025
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