La duce nuit à Kreuzberg
Ident. Nr.: NG 18/82
ObjID: obj:959602
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1982
- Geographical references
- Material / Technique
- Dispersionsfarbe auf Nessel
- Dimensions
- Höhe x Breite: 200 x 180 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959602
Object Description
Das Gemälde war Teil einer Fake-Aktion des Satire-Grafikers Ernst Volland, die den Kunstbetrieb bloßstellen sollte. Es entstand zu einem Zeitpunkt, als die neoexpressive Malerei der „Neuen Wilden“ die bundesdeutsche Kunstdebatte maßgeblich prägte. Anfang 1982 erfand Volland den französischen Künstler Blaise Vincent, malte in zwei Tagen mehrere Bilder und stellte diese unter dem Titel „Frische Malerei“ in der von Werner Tammen geleiteten Galerie am Chamissoplatz in Berlin-Kreuzberg aus. In einem der „wohl gültigsten Bilder“ dieser Schau, so ein Rezensent, „schweben zwei türkisene Robotergestalten mit schwarzen Karomustern und Schrägstreifen über einer aus grünlichem Ocker halbabstrakt aus Rechteck-, Dreieck-, Rund- und Spitzformen gebildeten Berliner Stadtsilhouette, wie man sie ähnlich ja schon von Hödicke her kennt.“ (Andreas Kaps, Qualität oder Richtung. Blaise Vincent in der Galerie am Chamissoplatz, in: Der Tagesspiegel, 2.4.1982) Das Gemälde im Wert von angeblich 8.000.- DM wurde der Nationalgalerie (West) als Geschenk zugunsten ihrer Erwerbungsaktion für Barnett Newmans „Who's Afraid of Red, Yellow and Blue IV“ (NG 5/82) angeboten und dort am 17.5.1982 inventarisiert. Einen Monat später deckten Künstler und Galerie den Schwindel auf. Mit der Aktion „habe ich drei Pfeiler des Geschäfts irritieren wollen“, schrieb Volland später, „1. Staatsapparat (Kultussenator Kewenig) 2. Presse (Tagesspiegel) 3. Etablierte Kunstinstitution (Nationalgalerie).“ (Ernst Volland an Dr. Lucius Grisebach, Nationalgalerie SMPK, Berlin 16.2.1987, Werkakte in der Neuen Nationalgalerie) | Dieter Scholz
Last updated: 19.12.2025
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