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Für den Mond - Feld der Monde

Ident. Nr.: B 924

ObjID: obj:959789

1969 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Günther Uecker (1930 - 2025),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1969
Additional titles
Collection title: Für den Mond - Feld der Monde
Translation: For the Moon - Moon Field
Dimensions
Höhe x Breite: 150 x 150 cm
Acquisition
1969 Ankauf von der Galerie Schmela, Düsseldorf, durch das Land Berlin durch die Deutsche Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Object Description

Bereits im April 1958 hatte Uecker an der „7. Abendausstellung“ im Düsseldorfer Atelier von Otto Piene teilgenommen, zu der die von diesem zusammen mit Heinz Mack herausgegebene Publikation „ZERO VOL. 1“ erschien. Doch die Beziehung blieb lose, bis Uecker 1961 als dritter in den innersten Kreis der Gruppe ZERO aufgenommen wurde. In der damals veröffentlichten dritten Ausgabe der Katalog-Zeitschrift war Uecker mit vier seitenfüllenden Abbildungen seiner Nagelobjekte vertreten sowie mit einem kurzen Text, in dem es heißt: „Den Ablauf der Bewegung sichtbar zu machen […], ist in der Tat eine erregende Aktion, die wie ein Gebet geistig erlebt werden kann. Meine Objekte sind eine räumliche Realität, eine Zone des Lichtes. Ich benutze mechanische Mittel, um die subjektive Geste zu überwinden, zu objektivieren, eine Situation der Freiheit zu schaffen.“ (Günther Uecker, in: ZERO VOL. 3; zit. nach ZERO, Köln 1973, S. 220) Auch über das offizielle Ende der Gruppe ZERO im Jahr 1966 hinaus führte Uecker seine schnell zum Markenzeichen gewordene Nagelästhetik fort. In dem Relief „Für den Mond – Feld der Monde“ arbeitete er mit Richtung und Verdichtung, um diagonal durch das Bild ziehende Ballungen zu erzeugen. Werk und Titel legen kosmische Assoziationen nahe, sodass motivisch eine Art Milchstraße gesehen werden könnte, doch zielte Uecker auf eine darüber hinausgehende, spirituelle Dimension. Auch die von ihm bevorzugte Farbe Weiß verstand er als Ausdruck des Unendlichen, als meditativen Raum des Lichts. | Dieter Scholz

Last updated: 28.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Straße

Straße

Im Frühjahr 1930 schloss Heldt sein Studium ab. Anschließend besuchte er Paris und begegnete dort auch dem Maler Maurice Utrillo. Er liebte dessen Bilder stiller, melancholischer Straßen auf dem Montmartre oder in den Vororten von Paris, wie man auch in einem seiner poetischen Texte lesen kann. Den Beginn des eigenen Werkes in der Berliner Tradition des 19. Jahrhunderts aber bedauerte er nicht. An den Studienfreund Hans Kuhn schrieb er noch 1951: „Wir gingen vom Braun aus, und das gab ein gutes Fundament zur Entwicklung des Kolorits. Ohne Kolorit gibt es keine Befreiung der Farbe. Die große Erschütterung brachten van Gogh, Utrillo, Rousseau; das machte den Weg frei zur Ausbildung einer Sensibilität, die demjenigen, der eine solche Entwicklung nicht erlebt hat, jenseits des Malerischen zu liegen scheint“ (zit. nach WVZ Schmied/Seel 1976, S. 21). Nach seiner Paris-Reise findet sich bei Heldt für kurze Zeit, wie bei dieser Straßensicht, viel Rosa nach dem Vorbild Utrillos. Jenem entspricht aber die wie mit dem Lineal gebaute Komposition keineswegs. Das Gemälde „Straße“ besitzt nichts Anekdotisches: Personen, Laternen, Beschriftungen fehlen. Wir sehen eine Mauer, einen Baum und drei kubische Häuser mit leeren Giebelflächen, Fenster und Türen als schwarze Rechtecke. Das Kolorit ist auf wenige helle Farben reduziert, die einzelnen Flächen aber sind sorgfältig in mehreren Farbschichten aufgebaut. So entstanden malerische Hauswände, wie Heldt sie an den Bildern Utrillos bewunderte. | Angelika Wesenberg

Selbstporträt

Selbstporträt

Zeitlebens porträtierte sich Händler selbst, wobei er sich immer in seiner Profession darstellte – wenn nicht direkt in seinem Atelier, dann stets mit Attributen, die ihn als Maler ausweisen. In „Selbstporträt“ (1978) verortet sich der Künstler in seinem karg und eng wirkenden Arbeitsraum als Bruststück in Dreiviertelansicht im Mittelpunkt des Bildes – umgeben von Objekten, die auf seine Tätigkeit verweisen: Links im Vordergrund erblickt man die im Anschnitt dargestellte Rückseite einer auf den Keilrahmen gespannten Leinwand, aus der rechten unteren Bildecke hereinkommend zwei aufeinanderliegende Farbkästen mit Tuben auf einem Tisch. An der Wand im Hintergrund hängen drei Bilder, die auf Händlers bevorzugte Genres hindeuten: Links im Hochformat ein weiblicher Akt, rechts ein Stillleben im Querformat, darunter ein Kopfstück. Der Maler selbst scheint der Leinwand vor ihm zugewandt, doch sein Blick geht an ihr vorbei zu den Betrachtenden. Charakteristisch ist nicht nur die vorwiegend auf Grau-, Braun- und Ockertönen basierende Farbpalette, sondern auch der Blick aus dem Bild: Die fortwährende Selbstbefragung, die Händler in seinen Selbstbildnissen anstellt, findet stets im Angesicht seines Gegenübers – seiner Zeit und Zeitgenoss*innen – statt. Dabei ist ein unscheinbares Detail, das auch in Gruppenbildern wiederkehrt, die brennende Lampe, die in diesem Gemälde als Symbol für das Sehen im Sinne von (Selbst-)Erkenntnis steht. | Michaela Mai

Schreitende Frau mit Krug

Schreitende Frau mit Krug

Mit ihrer Hinwendung zu einem naturalistischeren Stil entwickelte Steger auch einen neuen Frauentyp. Dieser ist weniger bewegt und expressiv als ihre früheren Figuren und von einer herben, zeitlosen Schönheit. Ihre kleinformatige „Schreitende Frau mit Krug“ wird von einem durchsichtig wirkenden Tuch in ihrer Nacktheit eher umspielt als verdeckt. Den Kopf hält sie geneigt, im verklärt nach oben gewandten Antlitz sind die Augen geschlossen. Trotz der angedeuteten Schrittbewegung wirkt die Figur statuarisch. Der Blickpunkt liegt auf dem markant modellierten Gesicht und dem Krug, den die Frau auf der rechten Schulter trägt. Krugträgerinnen waren seit der Antike und später vor allem im Klassizismus ein gängiges Bildmotiv und Symbol der Reinheit. Als Bildhauerin hatte sich Steger schon früh und als eine der wenigen Frauen in der Kunstwelt der Weimarer Republik etabliert. An ihr prallte das Vorurteil ab, dass Frauen zu schwach seien, Materialien wie Holz und Stein zu bearbeiten. Sie wurde als Talent gefeiert, welches sich einer geschlechtsspezifischen Zuordnung entziehe und „nur noch der künstlerisch empfindende, erlebende und arbeitende Mensch“ sei (Zwei Bildnerinnen über ihr Schaffen, in: Koralle, 4. Jg. [1936], H. 5, S. 156). Mit burschikosem Kurzhaarschnitt und stets in Männerkleidung auftretend entzog sich Steger auch optisch den herrschenden Normen von Weiblichkeit. Sie trat für die Rechte von Frauen ein, kämpfte 1919 für deren Zulassung an den Kunstakademien und reaktivierte 1927 den Verein der Berliner Künstlerinnen, an dessen Unterrichtsanstalt sie von 1929 bis 1942 die Klasse für Bildhauerei leitete. | Maike Steinkamp