Logo

Faber 5/68 (Faber rot)

Ident. Nr.: B 911

ObjID: obj:960474

1968 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Franz Rudolf Knubel (1938 - 2020),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1968
Additional titles
Collection title: Faber 5/68 (Faber rot)
Translation: Faber 5/68 (Faber Red)
Geographical references
Material / Technique
Kunststoff
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 150 x 37,5 x 37,5 cm
Acquisition
1968 Ankauf von der Galerie Großgörschen 35, Berlin (West), durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. (Kunstverein Berlin) mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)

Object Description

Knubel war Gründungsmitglied der Berliner Künstlergemeinschaft Großgörschen 35, die von 1964 bis 1968 bestand und Selbstvermarktung zum Ziel hatte, um von der Praxis damaliger Kunstgalerien unabhängig zu sein. Im Kollektiv gestaltete die Gemeinschaft Ausstellungen und förderte den kreativen Austausch. Eine Abkehr von Informel und reiner Abstraktion sowie die ökonomische Situation von Kunstschaffenden waren gemeinsame Interessen der Mitglieder. Knubel suchte nach übergreifenden Ordnungszusammenhängen und Strukturprinzipien, wobei er ein einfaches Formenvokabular verwendete. Die Rundplastik „Faber 5/68“ besteht aus vier aufeinander platzierten roten Kuben. Die Einzelelemente basieren auf der Form des Würfels, wobei jeweils eine Ecke abgetragen ist und sich dadurch horizontale Einschnitte ergeben. Dieser Eingriff in die Grundform erinnert an mathematische Überlegungen, sollen aber hauptsächlich die Freude am Experimentieren mit geometrischen Formen versinnbildlichen. Wie der Titel interpretiert werden kann, lässt sich nur erahnen. Im Lateinischen bedeutet „Faber“ Handwerker, der anthropologisch begründete Begriff „Homo Faber“ verweist seit der Antike auf einen Menschen, der neben der geistigen Tätigkeit auch handwerklich arbeitet. | Aline Lusser

Last updated: 28.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

Additional items from the collections

Friedrich Ebert

Friedrich Ebert

Im Jahr 1924 wurde Bednorz an die Breslauer Akademie berufen und trat damit die Nachfolge seines Lehrers, des Bildhauers Albert Werner-Schwarzburg, an. Zeitgleich erhielt er den Auftrag, den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871–1925), „nach dem Leben“ zu porträtieren. Bednorz beschrieb den Politiker später als „zurückhaltend, aber natürlich und offen“ (Robert Bednorz, Biographischer Essay, in: Mitteilungen des Beuthener Geschichts- und Museumsvereins, H. 21/22 [1960], S. 108). Der Künstler war ein gefragter Porträtist. Politiker aller Parteien ließen sich gern von ihm wiedergeben; neben der Ebert-Büste schuf er unter anderem Bildnisse des nationalliberalen Politikers und späteren Reichsministers Karl Jarres (1922) und des seit 1922 amtierenden italienischen Staatschefs, des Faschisten Benito Mussolini (1923). Er nahm sich außerdem vor, ein Porträt von Wladimir Iljitsch Lenin nach vorhandenen Vorlagen anzufertigen, wozu es jedoch nicht kam. Selten hat Bednorz die Oberflächen seiner Büsten glatt modelliert. Stattdessen sind sie durch Unebenheiten oder Kanten strukturiert, die den individuellen und expressiven Eindruck der Bildnisse unterstreichen. Der Künstler war vor allem darauf bedacht, dem Charakter einer Person Ausdruck zu verleihen. Die beiden identischen Ebert-Büsten gelangten über unterschiedliche Wege an die Nationalgalerie. Ein Guss (B I 503) wurde 1929 vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung angekauft und der Sammlung sogleich übergeben. Das andere Exemplar (B II 9) erwarb der preußische Oberpräsident für das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau, in dem es bis nach 1945 blieb; 1953 schenkte es der polnische Staat der DDR. Während der deutschen Teilung befanden sich beide Büsten in Ost-Berlin. | Emily Joyce Evans

Betender Mann (Studie)

Betender Mann (Studie)

Ein religiöses Motiv, das Spiel mit dem Hell-Dunkel-Effekt, dazu eine für Strempel fast überbordende Farbigkeit – das Gemälde „Betender Mann“ steckt voller Referenzen auf die Kunstgeschichte. Dabei ist die Darstellung sehr reduziert: Nackt und auf sich selbst zurückgeworfen kniet die Figur auf dem Boden, ihr Blick und die gefalteten Hände sind zum Himmel gerichtet. Bis auf eine schemenhafte Erhebung im Hintergrund, die als brennende Ruine gedeutet werden könnte, liefert das Bild keinen Kontext. Die Umgebung scheint hinweggefegt zu sein, das knallige Grün wirkt apokalyptisch. Kein Engel erscheint, um Hoffnung zu verbreiten, wie das etwa beim „Betenden Hiob“ in Marc Chagalls Lithografie-Zyklus aus den 1950er-Jahre der Fall ist. Dennoch sucht der Protagonist sein Heil in der Religiosität und betet zu Gott. Gleichwohl dringt der Expressionismus aus jeder Faser des Werkes, nicht nur durch den Stil, die grellen Töne oder die flächige Gestaltung. Sichtbar wird der Bezug vor allem in der starken Gebärde und dem Ausdruck des Betenden, der zwar Ausweglosigkeit verkörpert, aber doch auch aufbegehrt. Das Bild und seine Entstehung hängen zeitlich und inhaltlich mit Strempels „Nacht über Deutschland“ (A III 257) zusammen. Doch gehen die Ausführung der Figur und ihre Geste über eine Studie für jenes Hauptwerk hinaus. Der Künstler hat hier ein eigenständiges Gemälde geschaffen, was der etwas spätere Linolschnitt „Der Bettler (Hiob)“ (Privatbesitz) mit verwandtem Sujet verdeutlicht. | Sven Haase

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans

Aggression II

Aggression II

1960 erhielt der Bildhauer Uhlmann von der Kommission für Kunst am Bau der Stadt Stuttgart den Auftrag für eine Skulptur vor dem Eingangsbereich der neuen Bibliothek der damaligen Technischen Hochschule. Während er sonst häufig Stahl verwendete, entschied sich der Bildhauer hier für dunkel patiniertes Messing. Wenngleich Kommunalpolitiker und Öffentlichkeit das Werk nach seiner Aufstellung mit harscher Kritik bedachten, gab es auch zahlreiche wohlwollende Stimmen. Darunter die des Architekten des Bibliotheksneubaus, Hans Volkart, der in der Plastik „kein Experiment, sondern [den] Ausdruck der Kunst unserer Epoche in der ganzen Welt“ sah. (Kurzbericht von Hans Volkart an das Rektoramt vom 9.7.1962, in: Universitätsarchiv Stuttgart, 17/251) Wenige Jahre später widmete sich der Künstler dem Motiv erneut in einer kleinen Fassung. Ebenfalls als flächige Metallplastik, jedoch deutlich kompakter und ohne lange Streben als tragende Elemente legte er das Werk „Aggression II“ an. Stilistisch und formal gehören beide Fassungen zu den von Uhlmann selber definierten „flächigen Metallplastiken,“ die sein Schaffen ab den ausgehenden 1950er-Jahren bis zu seinem Tod 1975 charakterisieren. Dass die Stuttgarter Version und damit das Motiv generell für den Künstler von großer Bedeutung gewesen ist, belegt die Tatsache, dass ein Detail der Großplastik Jahre später das Plakat sowie auch das Cover des Katalogs zu seiner Retrospektive in der Berliner Akademie der Künste 1968 schmückte. | Dorothea Schöne

Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Marktstand am Abend (Jahrmarkt)

Marktstand am Abend (Jahrmarkt)

In den 1920er-Jahren studierte Heldt in Berlin-Charlottenburg Malerei. Das Wesen der Stadt, die er zu seinem Motivfeld erkoren hatte, aber erschloss sich ihm weiterhin in den Straßenzügen um die Parochial- und die Nikolaikirche – er erkundete nicht das glitzernde Leben am Kurfürstendamm und ließ sich nicht von den Werken der Expressionisten beeinflussen. Heldt begann sein Werk mit Milieustudien aus der unmittelbaren Umgebung seiner Wohnung in der Klosterstraße, ohne das verbreitete Interesse an Stadtveduten zu befriedigen. Eine geografische Identifikation ist häufig möglich, aber nicht wichtig. Die wie flüchtig in Braun, Grau und Grün hingewischte Studie „Berlin am Abend“ (NG 12/72) zeigt Menschen, die bei regnerischem Wetter auf einen wartenden Dampfer mit rauchendem Schlot an einer Anlegestelle zuströmen. Zunächst erinnert die von Bäumen und einem Lokal begrenzte Szenerie an einen Ausflugsort in der Umgebung der Stadt. Jenseits des Flusses aber taucht wie eine Fata Morgana der charakteristische Turm des Berliner Rathauses auf und ermöglicht damit die Lokalisierung des Ortes. Die pastos aufgetragenen Lichtpunkte könnten somit zur Mühlendammschleuse gehören. Das Bild „Marktstand am Abend“ (NG 13/72) gibt eine Altstadtszene wieder, die besonders stark an die Berliner Malerei des 19. Jahrhunderts erinnert: Die Figuren sind wie auf allen Gemälden Heldts nur angedeutet. Bildbestimmend wirken die starken Licht- und Schattenpartien, das Beieinander von Dunkelheit, Zwielicht und dem hellen Schein der Straßenlaterne wie der Petroleumlampen auf dem Marktstand und hinter einem der Fenster. | Angelika Wesenberg

Für den Mond - Feld der Monde

Für den Mond - Feld der Monde

Bereits im April 1958 hatte Uecker an der „7. Abendausstellung“ im Düsseldorfer Atelier von Otto Piene teilgenommen, zu der die von diesem zusammen mit Heinz Mack herausgegebene Publikation „ZERO VOL. 1“ erschien. Doch die Beziehung blieb lose, bis Uecker 1961 als dritter in den innersten Kreis der Gruppe ZERO aufgenommen wurde. In der damals veröffentlichten dritten Ausgabe der Katalog-Zeitschrift war Uecker mit vier seitenfüllenden Abbildungen seiner Nagelobjekte vertreten sowie mit einem kurzen Text, in dem es heißt: „Den Ablauf der Bewegung sichtbar zu machen […], ist in der Tat eine erregende Aktion, die wie ein Gebet geistig erlebt werden kann. Meine Objekte sind eine räumliche Realität, eine Zone des Lichtes. Ich benutze mechanische Mittel, um die subjektive Geste zu überwinden, zu objektivieren, eine Situation der Freiheit zu schaffen.“ (Günther Uecker, in: ZERO VOL. 3; zit. nach ZERO, Köln 1973, S. 220) Auch über das offizielle Ende der Gruppe ZERO im Jahr 1966 hinaus führte Uecker seine schnell zum Markenzeichen gewordene Nagelästhetik fort. In dem Relief „Für den Mond – Feld der Monde“ arbeitete er mit Richtung und Verdichtung, um diagonal durch das Bild ziehende Ballungen zu erzeugen. Werk und Titel legen kosmische Assoziationen nahe, sodass motivisch eine Art Milchstraße gesehen werden könnte, doch zielte Uecker auf eine darüber hinausgehende, spirituelle Dimension. Auch die von ihm bevorzugte Farbe Weiß verstand er als Ausdruck des Unendlichen, als meditativen Raum des Lichts. | Dieter Scholz

Religiöse Figur im Boot

Religiöse Figur im Boot

Hofer entwickelte eine allegorische Bildsprache, die sich an christlichen und mythologischen Darstellungen orientierte. Die „Religiöse Figur im Boot“ lässt sich ikonografisch nicht eindeutig zuordnen: Es könnte der predigende Christus dargestellt sein, ebenso aber der heilige Julianus Hospitator, zu dessen Attributen Boot und Buch gehören, oder auch der heilige Erasmus, Patron der Seefahrer. In einem von ihm selbst vernichteten Gemälde von 1902 („Jüngling im Kahn“, WVZ Wohlert/Eisenbeis 2008, 15) hatte Hofer diese Bildidee erstmals ausgeführt. Hier war das Gesicht des Dargestellten noch realistisch ausgearbeitet, während es im Laufe der Zeit an Individualität verlor und fast skizzenhaft wurde. Das kantige, unbewegte Gesicht der isolierten Figur im Boot sowie die dunkle, erdige Farbigkeit des umgebenden Raumes erzeugen eine düster-melancholische Stimmung. Ähnlich wie Hofers spätere Rufer oder Trommler (vgl. etwa „Die schwarzen Zimmer“, B 2) könnte auch der Bootsfahrer von einer bedrohlichen Zukunft künden angesichts der von unzähligen Brüchen geprägten politischen Ordnung der jungen Weimarer Republik. Hofers Vorstellung vom Künstler als Visionär korrespondiert mit dem Umstand, dass er 1922 dasselbe Motiv in einer weiteren Fassung malte, allerdings unter dem Titel „Der Dichter“ (Verbleib unbekannt, WVZ 494), den er auch in Versionen von 1942 und 1943 beibehielt (vernichtet, WVZ 1597, und Privatsammlung, Berlin, WVZ 1705 [B]). | Irina Hiebert Grun