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Der Maler Georg Heinrich Crola in seinem Atelier

Ident. Nr.: A II 862

ObjID: obj:960579

Details (expert)

Creator/Entity
Wilhelm Ferdinand Bendz (1804 - 1832),
Maler*in
Date(s)
1832
Provenance
Galerie Dr. W. A. Luz, Berlin,
17.5.1935
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 27,2 x 26,2 cm
Acquisition
1935 Ankauf von der Kunsthandlung Dr. W. A. Luz, Berlin-Zehlendorf

Object Description

Von Kopenhagen über Berlin und Dresden hatte der 27jährige Däne im Jahr zuvor München erreicht, wo er ein Jahr blieb. Auf der Weiterreise nach Rom starb er wenige Monate später in Vicenza. Das Hauptwerk der kurzen Münchner Zeit ist das figurenreiche Nachtbild »Künstler in Finks Kaffeehaus« (Thorvaldsens Museum, Kopenhagen), das eine schon in Kopenhagen begonnene Reihe von Bildnissen der Freunde abschließt. Hier schon erkennt man im Hintergrund den gleichaltrigen Crola, der aufmerksam einen Brief liest (die Ölstudie dazu ist in Privatbesitz.). Das Crola-Bildnis der Nationalgalerie entstand unabhängig davon. Statt der von Bendz oft bevorzugten, verwirrenden räumlichen Konstruktionen und Lichtführungen findet man hier nur ein ruhiges, sehr klares System schräger Linien.
Der Landschaftsmaler Georg Heinrich Crola (1804–1875) kam aus Dresden. Seine Ausbildung hatte im Spannungsfeld zwischen dem Akademismus Johann Christian Klengels und der Natursymbolik Caspar David Friedrichs und Johan Christian Clausen Dahls gestanden. Das Gebirgsmotiv auf der Staffelei ist für seine Kunst charakteristisch. Eines seiner Gemälde beschrieb Carl Gustav Carus 1833 im letzten seiner »Zehn Briefe über Landschaftsmalerei« als beispielhaft für jene »Erdlebenbildkunst«, die »die tiefsten poetischen Anschauungen gewisser Seiten des großen geheimnisvollen Lebens der Erde« vermittelt. Auch in einer Wasserfall-Darstellung des Holländers Allart van Everdingen mit den »dunkelklaren Massen des niederziehenden feuchten Elements in ihrem innern leidenschaftlichen Ineinanderwühlen« erkennt Carus »die Auffassung eines Moments, eines Lebensaugenblicks aus freier Natur« (C. G. Carus, Briefe und Aufsätze über Landschaftsmalerei, Leipzig, 1982, S. 67, 126, 132).
Ein Bild dieser Art steht auf Crolas Staffelei. Doch zu der Größe der Naturauffassung steht die Gestalt des Künstlers in einem auffallenden Kontrast. Traut man dem jungen Biedermann, der sich die Annehmlichkeiten von Tabak und Musik gönnt, eher die Versunkenheit in schwermütige Gedanken oder die Ermattung nach einer durchzechten Nacht zu? Die Entscheidung mag offenbleiben; doch schon damit wird ironisch auf einen Widerspruch zwischen Kunstideal und praktischem Leben hingedeutet, dem die romantische Vorstellung vom künstlerischen Genius nicht standhalten kann. | Claude Keisch

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg

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Verso: Blumenvase

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Das monumentale Historiengemälde »Albrecht Achill im Kampf um Nürnberg« schuf der 30jährige Steffeck im Auftrag des Königs von Preußen. Es zeigt ein pyramidal zugespitztes Gewirr aus Menschen- und Pferdeleibern, mittig den brandenburgischen Markgrafen Albrecht III. Achilles (1414–1486), der im ersten Markgrafenkrieg 1449/50 erfolglos die Reichsstadt Nürnberg zu unterwerfen suchte. Nichtsdestotrotz sieht man den Markgrafen bei Steffeck heldenhaft und glorreich auf stattlichem Schimmel inmitten des Getümmels, die gegnerische Standarte siegreich in der Hand und mit der Streitaxt die feindlichen Krieger abwehrend. Einen historisch belegten Vorgang zeigt das Gemälde nicht: »Es ist eben kein welthistorischer Moment, wohl aber ein solcher, der zu einer individuell dramatischen Durchbildung alle Gelegenheit gab.« Dennoch habe der Künstler, so der Kritiker des »Kunst-Blatts« anläßlich der Berliner Akademieausstellung 1848, dies »vortrefflich empfunden und wiederzugeben gewußt […]; besonders in den Pferden zeigt sich eine verwegene Meisterschaft« (Kunst-Blatt, Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände, 29. Jg., 1848, H. 45, S. 177). Das »kolossale Jugendwerk« Steffecks (Max Liebermann, in: Carl Steffeck, Ausst.-Kat., Berlin 1913, S. 6) begründete den Ruhm des Künstlers. Dennoch wurde es vom preußischen König, für den das Bild entstanden war, nicht angekauft. Steffeck war bei ihm durch seine demokratische Gesinnung während des Revolutionsjahrs 1848 in Ungnade gefallen. Erst 1864 wurde das Werk für die Nationalgalerie erworben. | Regina Freyberger