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Das Mondweib

Ident. Nr.: A IV 448

ObjID: obj:960826

n/a

Details (expert)

Involved
Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Dating
1919
Additional titles
Collection title: Das Mondweib
Translation: Moon Woman
Provenance
Sammlung Dr. Fritz Glaser, Dresden,
um 1920 - um 1956
Sammlung Bennewitz, Altenburg,
381361
Staatlicher Kunsthandel, Leipzig,
381362
Dr. med. Gerhard Richter, Bernburg/Saale,
1962
Leihe: Nationalgalerie (Ost), Berlin,
1978–1982
Herta Richter, Bernburg/Saale,
1982
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 120,5 x 100,5 cm

Object Description

Das Gemälde „Das Mondweib“ gehört zu den sogenannten kosmischen Bildern von Dix, entstanden in einer kurzen Werkphase, die von der Dada-Periode abgelöst wurde. Nach seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg war der Maler nach Dresden zurückgekehrt. Dort schloss er sich der Anfang 1919 gegründeten Dresdner Sezession Gruppe 1919 an. Durch die Ausstellungen der Künstlervereinigung wurde ihm zum ersten Mal öffentliche Wahrnehmung zuteil. Das Bild „Das Mondweib“ zeigte er bei der zweiten Präsentation in der Galerie Richter im Sommer des Gründungsjahres – und erhielt vernichtende Kritiken. Allerdings gab es vereinzelte Stimmen, die Dix’ Werk als Überwindung eines überholt angesehenen Expressionismus würdigten. Formal knüpfte der Maler in den „kosmischen Bildern“ mit Anleihen bei Futurismus, Kubismus und Expressionismus an seine Arbeiten vor dem Krieg an. Für „Das Mondweib“ lassen sich zwei weitere Bezugspunkte erkennen. So erinnert die schwebende Figur des aus Kreissegmenten zusammengesetzten „Mondweibs“ an Bilder Marc Chagalls, während die zeichenhafte Darstellung der nächtlichen Stadt von Paul Klee beeinflusst ist. Inhaltlich kann das Werk als ein von den Schriften Friedrich Nietzsches geprägtes Sinnbild über den Kreislauf von Tag und Nacht, Werden und Vergehen verstanden werden: Im Gesicht des „Mondweibs“ vereinen sich weibliche und männliche Züge, Symbole christlicher Ikonografie überlagern sich mit Anspielungen auf Sexualität, Strahlen erstrecken sich über das Gemälde hinaus auf den vom Künstler gestalteten Rahmen. | Sven Beckstette

Last updated: 19.12.2025

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Stillleben mit grüner Kanne

Stillleben mit grüner Kanne

Als Sohn deutscher Eltern wurde Léonell Charles Feininger, der sich später Lyonel nennen sollte, 1871 in New York geboren. Mit 16 Jahren kam er nach Deutschland und ließ sich in Berlin an der Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste zum Zeichner ausbilden. Als Karikaturist arbeitete er für verschiedene deutsche und US-amerikanische Zeitungen und Zeitschriften. Erst im April 1907 entstanden die ersten Ölgemälde. Feininger und seine Frau Julia lebten damals in Paris und verkehrten im Künstlerkreis des Café du Dôme. Ganz in der Nähe, am Boulevard Raspail 242, hatten sie ein Atelier gemietet, dort fanden Feiningers erste Malversuche mit breiten Pinselstrichen auf kleinformatigen Malpappen statt. Das „Stillleben mit grüner Kanne“ ist rückseitig auf den 20. Dezember 1907 datiert. Es zeigt eine Messingkanne auf einem Papierstapel, ein Blatt ragt unten auf der dunkelblauen Tischplatte hervor, andere fächern sich hinter der Kanne vor einer Fläche in hellerem Blau empor. Dass es sich dabei um das blaue Tuch eines Wandbehangs handelt, zeigt ein gleichzeitig entstandenes Interieur („Stillleben“, 1907; Privatbesitz). Im Gegensatz zu einer dunkeltonigen Fassung des Motivs vom April 1907 („Stillleben“; Privatbesitz), zeichnet sich das Gemälde der Nationalgalerie durch leuchtende Blau-, Grün-, Gelb- und Weißtöne sowie effektvolle Lichtreflexe aus. Die im Bogen angeordneten Blätter nehmen die Form des Henkels der Kanne auf und umgeben den ruhenden Gegenstand dynamisch. | Dieter Scholz

Bäume am Meer (Reinhardt-Fries)

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Frauen bei der Obsternte (Reinhardt-Fries)

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Gekreuzigter

Gekreuzigter

Die Plastik „Gekreuzigter“ geht auf ein Gespräch zurück, das Cremer in den 1960er-Jahren mit Pfarrer Günter Gloede aus Berlin-Friedrichshagen geführt hatte, der ihm das Thema vorschlug. Cremer empfand die Idee zunächst als abstoßend, zehn Jahre später jedoch wandte er sich ihr erneut zu (Akademie der Künste, Berlin, Fritz-Cremer-Archiv, Nr. 124). Als Kommunist lehnte er religiösen Glauben ab. In seiner Lösung für dieses Motiv nutzte er den zugrundeliegenden christlichen Gedanken für sein künstlerisches Prinzip, eine Dialektik sichtbar werden zu lassen: Gegensätzliche Ideen treffen aufeinander, und der Widerspruch führt zu einer neuen Erkenntnis. Hierfür griff Cremer auf die wissenschaftliche Lehre des Marxismus zurück. Er schrieb dazu: „nicht Erlösung durch das Kreuz sondern Erlösung vom Kreuz“ (Akademie der Künste, Berlin, Fritz-Cremer-Archiv, Nr. 765). Der „Gekreuzigte“ ist ohne Kreuz, auf beiden Füßen stehend dargestellt. Auch die Position der Hände weicht von traditionellen Bearbeitungen des Sujets ab. Er hat die Rechte zur Faust geballt und öffnet die Linke. Von Nägeln und Seitenwunde keine Spur. Die Muskulatur ist kräftig und der Kopf hängt nicht herunter wie nach dem Tod, sondern der Blick ist nach vorn und oben gerichtet. Das Werk ließe sich dennoch auch aus christlicher Perspektive interpretieren, denn es heißt, Jesus sei „auferstanden von den Toten“. Ob Cremer eine kommunistische Kritik an der Kreuzigung schuf (Erlösung vom Kreuz) oder die Auferstehung von den Toten (Erlösung durch das Kreuz) in neuer Art und Weise verbildlichte, bleibt eine Frage der Deutung. Ein Entwurf der Plastik steht heute an der Grabstelle Gloedes auf dem Evangelischen Friedhof Friedrichshagen. | Emily Joyce Evans

Mutter und Kind

Mutter und Kind

Auch beim jüngsten Bild Berganders in der Sammlung geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, hier um die von Mutter und Kind. Ob die Frau dem Jungen etwas vorliest oder er sie nur gespannt beobachtet, ist nicht eindeutig. Als sicher kann gelten, dass lesende Menschen in der Kunst der DDR ein eigenes Untergenre bildeten: Das konzentrierte Aufnehmen, Nachdenken, Hinterfragen, Lernen und Vermitteln ergänzte das motivische Repertoire des sozialistischen Realismus, das hier allerdings eine weniger symbolische Abwandlung erfährt, denn es ist nicht eine Vertreterin der Arbeiterklasse, die sich das bürgerliche Medium Buch aneignet. Ähnlich wie bei dem „Mädchenporträt in Rot“ (A IV 229) ist die Atmosphäre schwer zu greifen, Setting und Ausstattung sind auf ein Minimum reduziert, der Hintergrund wirkt unfertig. Doch der aufmerksame Gesichtsausdruck des Kindes, die roten Bäckchen und sein Blick zur Mutter strahlen eine umfassende Wärme und Bindung aus, die tief berührt. Die hellen, pastelligen Töne und eine Menge leuchtende Farbe verstärken diesen Effekt ebenso wie der Lichteinfall, der das Kind, obwohl das kleinste Sujet, als Hauptprotagonisten inszeniert. Wie häufig bei Bergander existieren auch von diesem Werk mehrere Fassungen, darunter ein Gemälde mit demselben Titel im Hochformat (vgl. Nationalgalerie Berlin – Kunst der DDR. Berlin 2003, Abb. S. 26). Das Bild der Nationalgalerie dürfte eine Auftragsarbeit des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes gewesen sein, der es der Sammlung ein Jahr nach Entstehung überwies. | Sven Haase