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Waldkapelle im römischen Gebirge

Ident. Nr.: W.S. 47

ObjID: obj:961665

Details (expert)

Creator/Entity
Thomas Ender (1793 - 1875),
Maler*in
Date(s)
1853
Systematics/Type
Provenance
Kauf: Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, Berlin,
frühestens 1853 - 18.1.1861
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 108 x 153 cm
Acquisition
1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie

Object Description

Im Jahre 1850, als Reflex auf die Unruhen von 1848, beauftragte der österreichische Kultusminister Graf Leo von Thun und Hohenstein eine Kommission mit der Reform der Wiener Kunstakademie, in deren Folge Thomas Ender und sein Bruder ihre Lehraufträge verloren. Enders Glanzzeit lag in den 1820er bis 1840er Jahren, als er mit seinen – aus topographischem Interesse in Auftrag gegebenen – nüchtern-genauen Ansichten verschiedenster Gegenden dem biedermeierlichen Kunststreben entsprach. So mögen nicht nur Intrige und die Erinnerung an die Protektion durch Fürst Metternich zur Entlassung geführt haben, sondern auch das nun Konservative seiner Kunst. Ein letzter Auftrag des Erzherzogs zur Fertigstellung noch unausgeführter Blätter für seine Kunstsammlung veranlaßte vielleicht auch die mehrmonatige Reise nach Italien 1853. Am 8. November berichtete Ender dem Herzog: »Selbst heute noch hat das Leben der Menschen in diesen Umgebungen für den Künstler und Kunstfreund noch Begeisterung, wo man geht und steht sieht man nichts als Bilder. [...] Jetzt habe ich mich in meinem Arbeitszimmer eingesperrt, habe zwei große und einige kleine Ölgemälde in Ausführung genommen« (zit. nach: W. Koschatzky, Thomas Ender, Graz 1882, S. 153 f.).
Unser Bild wirkt eher etwas öd als ›begeistert‹, doch lagen Enders Vorzüge ohnehin beim Aquarell und skizzenhaften Zeichnungen im kleineren Format. Da das Bild bereits 1853 ausgestellt war und Enders Brief an Wagener über den Ankauf vom 28. Mai datiert ist (SMB-ZA, IV/NL Wagener, Künstlerbriefe), muß es bereits vor der Italienreise nach älteren Skizzen entstanden sein. – 1853 erhielt Ender den Franz-Joseph-Orden, doch seine Arbeit für den Hof war nun ebenfalls beendet. | Angelika Wesenberg

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Im Auftrag des Leipziger Verlegers Philipp Erasmus Reich reiste Anton Graff 1771 nach Berlin, um für dessen Freundschaftsgalerie Moses Mendelssohn, Karl Wilhelm Ramler, Johann Joachim Spalding und Johann Georg Sulzer zu porträtieren. Im Hause des wie Graff aus Winterthur stammenden, von Friedrich dem Großen nach Berlin berufenen Philosophen Sulzer begegnete der Maler dessen ältester Tochter und heiratete sie noch im selben Jahr. Sulzer hatte bereits mehrere pädagogische Schriften verfaßt und arbeitete zu dieser Zeit an seinem Hauptwerk »Allgemeine Theorie der schönen Künste«, (1771/1774), der ersten deutschsprachigen Enzyklopädie zur Ästhetik und Kunst. Darin sprach er dem Porträt einen hohen Rang zu und würdigte Graff als herausragenden Meister seines Faches. Graffs Beziehung zu Sulzer war eng und freundschaftlich, er schuf vom Schwiegervater mehr als zwanzig Bildnisse, darunter jenes für die Reich-Galerie, ein repräsentatives Porträt für die Stadt Winterthur (Museum Oskar Reinhart, Winterthur), ein beeindruckendes privates Profilbildnis, das Graff 1782 der Halberstädter Freundschaftsgalerie des Dichters Gleim übergab (Gleimhaus Halberstadt), sowie 1777, zwei Jahre vor Sulzers Tod, ein Bildnis mit dem Enkel Carl Anton (Museen der Stadt Aschaffenburg). Im gleichen Jahr entstand diese Teilreplik, die Sulzer mit Perücke im Hausrock – ohne Enkel – zeigt. Sie wurde von der Nationalgalerie aus dem Besitz der Nachkommen Sulzers erworben. Eine präzise Vorzeichnung befindet sich im Museum der bildenden Künste Leipzig. | Birgit Verwiebe

Im Etappenquartier vor Paris

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg