Medea
Ident. Nr.: A IV 584
ObjID: obj:961807
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1985
- Material / Technique
- Mischtechnik auf Hartfaser
- Dimensions
- Höhe x Breite: 166 x 122 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961807
Object Description
Inspiriert von Christa Wolfs Roman „Kassandra“ (1983), schuf Hampel eine Serie neoexpressionistischer Gemälde und Drucke mit starken Frauenfiguren aus der Mythologie und der Bibel, die sie schlagartig in ganz Deutschland bekannt machten. „Medea“, nur drei Jahre nach ihrem Abschluss an der Hochschule für Bildende Künste Dresden entstanden, ist eines der ersten und wichtigsten Gemälde darunter. Der griechischen Sage nach verhalf die Zauberin Medea Iason, dem Anführer der Argonauten, aus Liebe zur Erlangung des Goldenen Vlies’, heiratete ihn und bekam Kinder mit ihm. Dann aber verstieß er sie wegen einer anderen Frau, woraufhin sie aus Rache ihre eigenen Kinder tötete. Hampels Bild schildert den schicksalhaften Moment kurz vor der Tat. Mit einem spitzen Dolch hinter ihrem Rücken hält eine schlanke, tierähnliche Medea – der Oberkörper leopardenartig gefleckt, eine Art Kriegsbemalung im Gesicht, das Haar zum hoch angesetzten Pferdeschwanz gebunden – ein Kind fast liebevoll auf den Oberschenkeln, das mit einem totenkopfähnlichen Gesicht hilflos den/die Betracher*in ansieht. Der kleine Körper bildet das Gegengewicht zu dem Medeas, der kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen scheint. Das andere Kind, in unheilverkündendes, leuchtendes Rot gehüllt, erhebt einen Arm, noch ahnungslos spielend. Anstatt Medea als Monster oder Femme fatale darzustellen (siehe Eugène Delacroix, „Medée furieuse“, 1838; Palais des Beaux-Arts, Lille), betont Hampel den zutiefst tragischen Charakter des Geschehens. Die Künstlerin malte zwei weitere Bilder mit demselben Titel (1985; Privatsammlung und 1986; Städtische Galerie Dresden). | April Eisman
Last updated: 19.12.2025
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.de