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Kaiser Wilhelm II.

Ident. Nr.: A III 542

ObjID: obj:962105

Details (expert)

Creator/Entity
Paul Beckert (1856 - 1922),
Maler*in
Date(s)
1890
Systematics/Type
Provenance
Kauf: preußisches Kultusministerium,
376122
Leihe: Evangelisches Konsistorium, Berlin,
August 1917 - 1938
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 255 x 151 cm
Acquisition
1938 nach Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom Evangelischen Konsistorium, Berlin, Lindenstraße 14, wo sich das Bild als langjährige Dauerleihgabe des Preußischen Kultusministeriums befunden hatte, an die Nationalgalerie überwiesen

Object Description

Kaiser Wilhelm II. ist auf dem repräsentativen Bild fast frontal dargestellt, den Kopf leicht nach links gewandt, die Augen am Betrachter vorbei in die Ferne gerichtet. Er trägt die Uniform der Garde du Corps mit dem Adlerhelm – seine Lieblingsuniform. Kaiserin Auguste Viktoria auf dem Pendantbild (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 543) dagegen wendet Gesicht und Blick dem Betrachter zu. Das ärmellose Kleid betont ihre Weiblichkeit, Krönchen, Kette und Schärpe ihre Würde. Beide Darstellungen folgen, trotz sprechender Versatzstücke, vorgegebenen Mustern. »Die Kunst für Alle« vom 1. November 1891 (7. Jg., H. 3, S. 43) berichtete über die Herbstausstellung der Galerie Fritz Gurlitt, in der mehrere Porträts von Paul Beckert zu sehen waren: »Weniger glücklich ist das Bildnis des Kaisers, der in Garde du Korps-Uniform mit über die Schulter gelegtem Pelz dargestellt ist. Die Haltung ist zu posiert. In der Farbenwirkung gut abgestimmt ist der dunkelblaue Herbsthimmel, der neben der hellen Steinsäule im Hintergrund sichtbar wird. Die gleichfalls ausgestellte Skizze ist dem Lenbachschen letzten Kaiserbild stark nachempfunden.«
Das Bildpaar von Beckert befand sich ab August 1917 als Leihgabe des Preußischen Kultusministerium im großen Sitzungssaal des Evangelischen Konsistoriums in der Lindenstraße in Berlin und blieb, gleich Kaiserbildnissen an anderen Orten, offenbar auch nach der Revolution dort hängen. 1938 teilte das Konsistorium dem Kultusministerium mit, daß infolge einer Instandsetzung und zeitgemäßen Ausgestaltung des Saales die Bilder abgenommen und provisorisch untergestellt wurden (SMB-ZA, I/NG 863). Das Bildpaar wurde in der Folge der Nationalgalerie übergeben. | Angelika Wesenberg

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Porträt Johann Georg Sulzer

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Im Auftrag des Leipziger Verlegers Philipp Erasmus Reich reiste Anton Graff 1771 nach Berlin, um für dessen Freundschaftsgalerie Moses Mendelssohn, Karl Wilhelm Ramler, Johann Joachim Spalding und Johann Georg Sulzer zu porträtieren. Im Hause des wie Graff aus Winterthur stammenden, von Friedrich dem Großen nach Berlin berufenen Philosophen Sulzer begegnete der Maler dessen ältester Tochter und heiratete sie noch im selben Jahr. Sulzer hatte bereits mehrere pädagogische Schriften verfaßt und arbeitete zu dieser Zeit an seinem Hauptwerk »Allgemeine Theorie der schönen Künste«, (1771/1774), der ersten deutschsprachigen Enzyklopädie zur Ästhetik und Kunst. Darin sprach er dem Porträt einen hohen Rang zu und würdigte Graff als herausragenden Meister seines Faches. Graffs Beziehung zu Sulzer war eng und freundschaftlich, er schuf vom Schwiegervater mehr als zwanzig Bildnisse, darunter jenes für die Reich-Galerie, ein repräsentatives Porträt für die Stadt Winterthur (Museum Oskar Reinhart, Winterthur), ein beeindruckendes privates Profilbildnis, das Graff 1782 der Halberstädter Freundschaftsgalerie des Dichters Gleim übergab (Gleimhaus Halberstadt), sowie 1777, zwei Jahre vor Sulzers Tod, ein Bildnis mit dem Enkel Carl Anton (Museen der Stadt Aschaffenburg). Im gleichen Jahr entstand diese Teilreplik, die Sulzer mit Perücke im Hausrock – ohne Enkel – zeigt. Sie wurde von der Nationalgalerie aus dem Besitz der Nachkommen Sulzers erworben. Eine präzise Vorzeichnung befindet sich im Museum der bildenden Künste Leipzig. | Birgit Verwiebe

Im Etappenquartier vor Paris

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg